Bolivien / Politik

Bolivien: Ex-Innenminister der Regierung Morales im Krankenhaus verhaftet

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Der frühere Innenminister der Regierung Morales, Carlos Romero, wurde am Dienstag der Staatsanwaltschaft vorgeführt
Der frühere Innenminister der Regierung Morales, Carlos Romero, wurde am Dienstag der Staatsanwaltschaft vorgeführt

La Paz. Carlos Romero, der frühere Innenminister der Regierung von Präsident Evo Morales, ist am Dienstag in einem Krankenhaus in La Paz festgenommen worden. Er befand sich wegen gravierender Gesundheitsprobleme in ärztlicher Behandlung.

Romero, der ab 2011 Innenminister war, sollte am Montag vor der Staatsanwaltschaft aussagen, war dazu nach eigenen Angaben jedoch aus Gesundheitsgründen nicht in der Lage. Vorgeladen war er aufgrund einer Anzeige wegen angeblicher Pflichtverletzung und unzulässiger Einflussnahme in einem Fall von Korruption und illegaler Bereicherung innerhalb der "Exekutiveinheit für den integralen Kampf gegen den Drogenhandel" (UELICN), die zum Innenministerium gehört.

"Ich wurde entführt, ich bin eine politisch verfolgte Person, ich bin in diesem Moment ein Symbol der politischen Verfolgung", sagte er gegenüber Medienvertretern.

Die Anzeige wurde von der Abgeordneten der rechten Partei Unidad Democrata, Rose Marie Sandóval, eingereicht. Am Mittwoch erhob die Staatsanwaltschaft formal Anklage. Damit geht die Justiz unter der Putsch-Regierung gegen einen weiteren Politiker der Bewegung zum Sozialismus (MAS) vor.

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Romero, der am Donnerstag vergangener Woche in sein Haus zurückgekehrt war, berichtete, dass er dort mehrere Tage von "Schlägergruppen" ohne Zugang zu Wasser und Nahrungsmitteln festgehalten wurde. Sie hätten sich über seinen Gesundheitszustand lustig gemacht. Eine Gruppe Polizisten sei ebenfalls vor Ort gewesen. Am Samstag musste er ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Außer Romero zeigte die Abgeordnete Sandóval auch den ehemaligen Vizeminister für gesellschaftliche Verteidigung, Felipe Cáceres García, die Ex-Mitarbeiterinnen der UELICN, Generalkoordinatorin Cecilia Urquieta und Finanzchefin Ximena Berdeja Montero sowie die Leutnants Rubén Rodríguez Arzadum und Freddy Oscar Taborga Soliz an.

Der Präsident von Bolivien im Exil, Evo Morales, bezeichnete die Festnahme Romeros als illegal. "Wir prangern vor der nationalen und internationalen Gemeinschaft die illegale Inhaftierung von Romero an, die einen klaren Verstoß gegen die verfassungsmäßigen Garantien und die Menschenrechte darstellt. Romero wurde aus der Klinik herausgeholt, in der er in ärztlicher Behandlung war", schrieb er über den Kurznachrichtendienst Twitter. Zugleich warf er den Anklägern vor, nur "die Interessen des De-facto-Regimes" zu verteidigen: "Wo ist der Generalstaatsanwalt, wenn es um die paramilitärischen Gruppen geht, die Häuser niederbrennen, Indigene verprügeln, Bürger schikanieren und nun Carlos Romero in einem Krankenhaus verfolgen?"

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