Brasilien zieht Diplomaten aus Venezuela ab, Maduro spricht von geplantem Krieg

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Brasiliens Präsident Bolsonaro
Brasiliens Präsident Bolsonaro

Brasília/Caracas. Die brasilianische Regierung hat nach mehrfacher Ankündigung zum Ende der Woche den Rückzug ihrer Diplomaten und der Beamten ihres Außenministeriums aus Venezuela bekanntgegeben. Zugleich forderte die ultrarechte Regierung von Präsident Jair Bolsonaro die Regierung von Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro auf, ihre Vertreter aus Brasilien zurückzuziehen. Mit der Maßnahme verschärft sich die Konfrontation zwischen der Regierung Bolsonaro und der Regierung Maduro.

"Alle Beamten des brasilianischen auswärtigen Dienstes wurden zurückgezogen. In ganz Venezuela wird es niemanden mehr geben", sagte eine Regierungsquelle gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP. Kurz zuvor war der Rückzug von vier Diplomaten und einem Dutzend Beamten aus der Botschaft und den Konsulaten in Venezuela im Amtsblatt veröffentlicht worden.

Brasilien ist eines der gut 50 Länder, die die Regierung Maduros für illegitim erklärt und den Oppositionspolitiker Juan Guaidó als Übergangspräsidenten anerkannt haben. Die brasilianische Regierung erkennt auch die designierte Botschafterin Guaidós in Brasilien, María Teresa Belandria, an.

Nach Informationen des Amtsblatts werden Diplomaten aus der Botschaft und dem Konsulat in Caracas nach Hause zurückbeordert, ebenso aus dem Konsulat in Guyana-Stadt und dem Vizekonsulat in Santa Elena del Uairén an der Grenze zum brasilianischen Bundesstaat Roraima.

Die Order betrifft Botschafter Rodolfo Braga und die Generalkonsulin in Caracas, Elza Moreira Marcelino de Castro. Das brasilianische Außenministerium ordnete auch den Rückzug von elf Beamten aus diesen Missionen an, darunter sechs aus der Botschaft und dem Konsulat in der venezolanischen Hauptstadt.

Das genaue Datum der Abreise der Beamten ist nicht bekannt. Informationen, die in der brasilianischen Presse zitiert werden, deuten darauf hin, dass der Prozess des Abzugs des gesamten Personals in zwei Monaten abgeschlossen sein wird. Unklar ist, ob die Botschaft geschlossen wird.

Der Rückzug der Diplomaten war von der Bolsonaro-Führung vor einigen Tagen schon angekündigt worden. Als erstes Medium hatte die US-Nachrichtenagentur Bloomberg über das Vorhaben berichtet.

Venezuelas Präsident Maduro hatte Bolsonaro unlängst vorgeworfen, Brasilien in einen "bewaffneten Konflikt" gegen Venezuela hineinziehen zu wollen. Dies sei auch der Zweck von kürzlich ausgerichteten Militärmanövern in dem Nachbarland.

"Bolsonaro will die brasilianischen Streitkräfte in einen bewaffneten Konflikt mit Venezuela verwickeln, indem er einer Gruppe von Terroristen Unterschlupf gewährt, die eine venezolanische Kaserne angegriffen haben", sagte Maduro den internationalen Medien. Der linksgerichtete Präsident bezog sich auf den Angriff, den Militärdeserteure am 22. Dezember letzten Jahres gegen eine Abteilung der Streitkräfte im Bundesstaat Bolivar an der Grenze zu Brasilien verübt hatten.

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