Venezuela / Politik

Rechter Oppositionspolitiker in Venezuela in Hausarrest entlassen

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PJ-Politiker Juan Requesens nach zwei Jahren Haft in den Hausarrest überstellt
PJ-Politiker Juan Requesens nach zwei Jahren Haft in den Hausarrest überstellt

Mérida. Der venezolanische Oppositionsabgeordnete Juan Requesens ist am Freitag aus der Haft entlassen worden.

Nach zwei Jahren in Haft wurde der Führer der Partei Gerechtigkeit Zuerst (PJ) in einen Hausarrest überstellt. Requesens wurde im August 2018 unter der Beschuldigung verhaftet, an einem Terroranschlag in Caracas beteiligt gewesen zu sein.

Am 4. August 2018 wurden zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen in der Nähe der Bühne, auf der Präsident Nicolas Maduro eine Rede hielt, zur Explosion gebracht. Den venezolanischen Sicherheitsdiensten gelang es, die Drohnen abzulenken, sodass sie keine Opfer verursachten.

Nach seiner Festnahme veröffentlichten die venezolanischen Behörden ein Video, in dem Requesens enthüllte, dass er dem pensionierten Militäroffizier Juan Carlos Monasterios auf Anweisung des PJ-Vorsitzenden Julio Borges half, die kolumbianisch-venezolanische Grenze zu überqueren. Monasterios galt als eine der Hauptfiguren hinter der Operation und wurde kurz nach den Drohnenangriffen festgenommen, während ein Haftbefehl gegen Borges erlassen wurde, der sich seither in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá aufhält und im vergangenen Jahr vom Oppositionsführer Juan Guaido zu seinem internationalen Gesandten ernannt wurde.

Die venezolanische Regierung gab keinen Kommentar zur Entlassung des Abgeordneten aus der Haft ab. Dieser war zwei Jahre lang im Hauptquartier des Bolivarischen Geheimdienstes (SEBIN) in Caracas inhaftiert, wurde aber nicht formell angeklagt.

Der Abgeordnete gehörte zu den schärfsten Hardlinern in der Opposition. In einer Rede im Jahr 2017 rief er zu einem "internen Krieg" auf, der eine ausländische Intervention gegen Venezuela auslösen würde.

Basisbewegungen haben gegen den überraschenden Schritt protestiert und prangerten seine Beteiligung an den gewalttätigen "Guarimba"-Straßenprotesten im Jahr 2017 an.

Oppositionsführer feierten hingegen die Freilassung Requesens. Der selbsternannte "Interimspräsident" Juan Guaidó schrieb auf Twitter, dass "Hausarrest keine Freiheit ist, aber es wird Gerechtigkeit geben".

Requesens' Freilassung folgt auf die Verschärfung der Spaltungen innerhalb der Opposition im Hinblick auf die bevorstehenden Parlamentswahlen. Guaidó hat einen Boykott angekündigt und die Oppositionsführer dazu aufgerufen, sich einem "einheitlichen Weg" anzuschließen, um die Regierung Maduro zu stürzen. Hochrangige Persönlichkeiten sind jedoch von diesem Plan abgewichen.

Der ehemalige zweifache Präsidentschaftskandidat Henrique Capriles kritisierte Guaido, weil er vom venezolanischen Volk mehr Opfer fordere, und rief die Wähler auf, sich an den Wahlen im Dezember zu beteiligen. Unterdessen kündigte die prominente, für einen harten Kurs bekannte Politikerin Maria Corina Machado an, dass sie keine Einigung mit Guaidó erzielen könne, und bekräftigte ihre Unterstützung für eine ausländische Intervention.

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