Kuba intensiviert Kooperation mit China und Russland

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Chinas Botschafter Chen Xi, und Kubas Minister für Außenhandel und Auslandsinvestitionen, Rodrigo Malmiercay, unterzeichneten die neuen Abkommen
Chinas Botschafter Chen Xi, und Kubas Minister für Außenhandel und Auslandsinvestitionen, Rodrigo Malmiercay, unterzeichneten die neuen Abkommen

Havanna/Moskau. Im Rahmen mehrerer Gesprächsrunden hat Kuba neue Absprachen und Vereinbarungen mit China und Russland getroffen und seine Zusammenarbeit mit diesen wichtigen Staaten weiter ausgebaut.

So unterzeichneten die Repräsentanten von Kuba und China am Montag neue Kooperationsabkommen und feierten zugleich den 60. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Der kubanische Minister für Außenhandel und Auslandsinvestitionen (Mincex), Rodrigo Malmierca, und der chinesische Botschafter in Havanna, Chen Xi,  unterzeichneten die Dokumente. Eine Initiative bezieht sich auf den Erwerb von Stahl für Reparatur, Wartung und Bau für einen Betrag von über 13 Millionen US-Dollar. Das zweite Projekt beinhaltet die Zahlung von 2,2 Millionen US-Dollar an die kubanische Regierung für die technologische Modernisierung der Zollbehörden des Landes. Zusätzlich wurde die Lieferung medizinischer Hilfsgüter gegen Covid-19 per Vertrag formalisiert. Diese Abkommen seien "eine Ratifizierung des politischen Willens zur Entwicklung der Beziehungen" und würden sich positiv auf die kubanische Wirtschaft auswirken, erklärte Malmierca.

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Vizepremierminister Cabrisas und der russische Außenminister Lawrow am Montag in Moskau
Vizepremierminister Cabrisas und der russische Außenminister Lawrow am Montag in Moskau

Auch mit Russland hat Kuba eine verstärkte Zusammenarbeit vereinbart. Eine kubanische Delegation unter Leitung des Vizepremierministers Ricardo Cabrisas Ruiz hielt sich Ende September in Moskau auf. Begleitet wurde Cabrisas von Ana Teresita Gonzalez Fraga, stellvertretende Ministerin für Außenhandel und ausländische Investitionen, Emilio Lozada Garcia, Generaldirektor für bilaterale Angelegenheiten im Außenministerium sowie von weiteren Vertretern der Regierung und der kubanischen Botschaft.

Konkret ging es um die Bereiche Energie, Bankwesen und Gesundheit. Cabrisas kam mit der ersten Vizegouverneurin der russischen Zentralbank, Ksenia Yudajewa, zusammen, um die Kooperation zwischen beiden Bankensystemen zu erörterten. Bei einer Besprechung mit dem russischen Energieminister Alexander Novak ging es um die Entwicklung von Großprojekten im Energiesektor, die für die wirtschaftliche Entwicklung des Karibikstaates besonders drängend sind. Schließlich tauschten sich Cabrisas und der russische Gesundheitsminister Michail Muraschko über die unterschiedlichen Erfahrungen der beiden Länder im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie aus und vereinbarten, die Beziehungen insbesondere in der Medizin und Biotechnologie auszubauen. Die kubanische Delegation traf auch mit einer Gruppe von Geschäftsleuten zusammen, die Interesse an einer Zusammenarbeit mit Kuba und seinem Verkehrsministerium bekundet haben.

Am Montag empfing Russlands Außeminister Sergei Lawrow die Delegierten zu politischen Gesprächen. Beide Seiten betonten, dass sowohl Russland als auch Kuba weiterhin "den Multilateralismus, das Völkerrecht, die Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen und die Zusammenarbeit zwischen den Ländern verteidigen". Lawrow stellte fest, "dass die meisten Länder der Welt die Ideale der Gerechtigkeit teilen und Kuba und Russland auf der richtigen Seite der Geschichte stehen". Er bekräftigte zudem die Unterstützung Russlands für Kuba in seinem Kampf gegen die US-Blockade.

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