Evo Morales ist nach einem Jahr nach Bolivien zurückgekehrt

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Begeisterter Empfang für Evo Morales in Bolivien. Rechts neben ihm der ehemalige Vizepräsident Álvaro Garcia Línera
Begeisterter Empfang für Evo Morales in Bolivien. Rechts neben ihm der ehemalige Vizepräsident Álvaro Garcia Línera

Villazón. Um 10:09 Uhr an diesem Montag hat Evo Morales die Grenze zwischen Bolivien und Argentinien überquert und kehrte nach einem Jahr Exil in seine Heimat zurück.

Nach den Wahlen im November 2019 war der erste indigene Präsident Boliviens durch politische Rechtskräfte und unter Mithilfe von Polizei, Militär und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) aus dem Amt gedrängt und, genau heute vor einem Jahr, zum Verlassen des Landes genötigt worden.

Seinen Grenzübertritt, der in Begleitung des argentinischen Präsidenten Alberto Fernández und einer großen Menschenmenge stattfand, kommentierte Morales: "Ich hatte keinen Zweifel daran, dass ich zurückkehre, aber ich war mir nicht sicher, dass es so bald sein würde ‒ etwas Historisches, etwas noch nie Dagewesenes, dank des Willens des Volkes und der Begleitung durch viele Verantwortungsträger in der Welt".

In der bolivianischen Grenzstadt Villazón hatten sich Tausende Menschen versammelt, um auf Morales zu warten. Die Basis der Bewegung zum Sozialismus (MAS), deren Parteichef Morales auch während seines Exils geblieben ist, zeigt in diesen Tagen ihren Mobilisierungsgrad. Wie bei der Rückkehr von Morales, sorgten die Massen der MAS-Anhänger auch in der Hauptstadt La Paz bei der Amtseinführung des neuen Präsidenten von Bolivien, Luis Arce, für einen geschützten Ablauf.

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Der Ex-Präsident traf in Begleitung seines ehemaligen Vizepräsidenten Álvaro García Línera und des ehemaligen bolivianischen Botschafters bei den Vereinten Nationen, Sacha Llorenti, ein und verbrachte die Nacht in Uyuni, Potosí, um sodann in seine Heimatstadt Orinoca im Departement Oruro aufzubrechen.

In Uyuni hielt Morales eine Pressekonferenz ab, bei der er auf die Lithium- und Solequellen dieser Region verwies. Er betonte, dass sein Land mit dem Bau einer Lithium-Batterieanlage fortfahren werde. Präsident Arce werde die Pläne aus der gemeinsamen Regierungszeit wieder aufnehmen, um den Veredelungsprozess des Rohstoffes im Land zu halten. Viele internationale Treffen im vergangenen Jahr hätten ihm klar gemacht, "dass die Industrieländer im Westen nur wollen, dass wir Lateinamerikaner die Rohstoffe garantieren", erklärte der ehemalige Präsident.

Morales besuchte anschließend den Ort seiner Geburt, das Dorf Orinoca, um dann weiter in die Provinz Cochabamba zu reisen. Seine Route gestaltet sich als indigene Karawane mit vielen Zwischenstopps und Kundgebungen.

Mit dem Putsch vor einem Jahr kehrten zeitweise die Kräfte an die Macht zurück, die die indigene Mehrheit der bolivianischen Bevölkerung als "Wilde" bezeichnen und ihr einen Platz am Rande der Gesellschaft zuweisen wollen. Der Wahlsieg der MAS und die Rückkehr von Morales werden entsprechend gefeiert.

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