Kubaner in den USA fordern Lösung für Besuchsreisen

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Mehr als 100.000 Kubaner warten darauf, dass die US-Botschaft ihnen Visa für Besuche bei ihren Angehörigen in den USA ausstellt
Mehr als 100.000 Kubaner warten darauf, dass die US-Botschaft ihnen Visa für Besuche bei ihren Angehörigen in den USA ausstellt

Washington/Havanna. Kubanische Gruppen in den USA fordern eine befriedigende Lösung für die Familienzusammenführung mit ihren in Kuba lebenden Angehörigen. Dies ist in den letzten Jahren nicht möglich. Die Reisebeschränkungen für US-amerikanische Bürger unter der Regierung von Donald Trump haben wegen der Pandemie die Situation weiter erschwert.

Bereits im Jahr 2017 hat die US-Regierung einen großen Teil des diplomatischen Personals aus der Botschaft in Havanna abgezogen. Davor hatten etwa zwei Dutzend von ihnen aus bislang unbekannter Ursache verschiedene Krankheitssymptome aufgewiesen. Trump und sein Außenminister sprachen von einem "Schall-Angriff" auf die Botschaftsmitarbeiter, ohne Beweise vorzulegen, und nahmen diese Erkrankungen zum Anlass, die Reise- und Besuchsmöglichkeiten für Kubaner weitgehend zu verhindern. So müssen kubanische Bürger ihre Visumanträge persönlich in Drittländern der Karibik und Mittelamerikas stellen, was extrem aufwändig und kostspielig ist.

Nach offiziellen Angaben des Außenministeriums in Washington warten inzwischen mehr als 100.000 Kubaner auf ihr Visum, um ihre Familien in den USA wiederzusehen. Laut einem Bericht vom November 2020 gibt es 78.228 Einwanderungsakten kubanischer Familien, die noch im Nationalen Visazentrum anhängig sind.

Hinzu kommen noch diejenigen Antragsteller, die auf Befragungen in der Botschaft warten, sagte ein Beamter des Außenministeriums dem Miami Herald. Außerdem warten 22.000 Antragsteller im Programm "Cuban Family Reunification Parole Program" (CFRP) auf eine Antwort. Das CFRP bietet Kubanern an, ohne Visum in die USA einzureisen und nach einem Jahr Aufenthalt eine Aufenthaltserlaubnis zu beantragen.

Laut eigenen Angaben überprüft die Regierung von Joe Biden ihre Politik gegenüber Kuba. Zugleich sieht sie sich dem Druck von rechtskonservativen kubanisch-amerikanischen Mitgliedern des Kongresses ausgesetzt, die vehement gegen eine Annäherung an Havanna agieren. In Kombination mit der harten Einwanderungspolitik von Ex-Präsident Trump und den jüngeren pandemiebedingten Reisebeschränkungen wurden viele Familien im Ungewissen gelassen. Es ist nicht klar, wann sie wieder zusammenkommen können. Ein Beamter des Außenministeriums konnte nicht sagen, wann die Botschaft in Havanna wieder Visaanträge bearbeitet.

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