Kuba äußert sich zu militärischen Aktivitäten von USA und NATO nahe Russland

kuba_usa_nato_ukraine.jpg

Tweet des kubanischen Außenministers
Tweet des kubanischen Außenministers

Havanna/Moskau. Der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez hat die jüngsten Truppenbewegungen der Vereinigten Staaten und der Nordatlantikvertragsorganisation (Nato) in Richtung der Grenzen der Russischen Föderation angeprangert. In einem Tweet erklärte er: "Diese stellen eine ernsthafte Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit dar."

Diese Äußerung erhält eine besondere Bedeutung, weil in Kuba dieser Tage der sogenannten "Invasion in der Schweinebucht" gedacht wird, mit der am 17. April 1961 ein von den USA organisierter militärischer Angriff kubanischer Exilanten auf die sozialistische Insel erfolgte. Dieser konnte seinerzeit binnen Tagen erfolgreich abgewehrt werden. Nachdem die US-Regierung vor der UN-Generalversammlung zunächst jede Beteiligung an der Invasion abgestritten hatte, übernahm Präsident John F. Kennedy vier Tage später die volle Verantwortung.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat in jüngster Zeit wiederholt erklärt, dass sein Land verstärkte militärische Aktivitäten der USA und ihrer Nato-Verbündeten nahe der russischen Westgrenzen registriere. Im Jahr 2020 habe die Nato über 4.000 Bomber und Aufklärungsflüge an der russischen Grenze absolviert. Im Februar 2021 haben die USA strategische Atombomber vom Typ B-1B Lancer auf den norwegischen Luftwaffenstützpunkt bei Trondheim verlegt. Indes wurde auch die Stationierung von Nato-Militär an der russischen Grenze im Baltikum und der verstärkte Einsatz von US-Schiffen im Schwarzen Meer bekannt. Mit dem Nato-Großmanöver "Defender Europe 2021" finden Übungen von US-Streitkräften mit europäischen Partnern auf dem Balkan und am Schwarzen Meer statt. Mit insgesamt 28.000 teilnehmenden Soldaten, die aus 26 Ländern stammen, sind es die größten Manöver in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Kuba und Russland pflegen intensive Beziehungen in wirtschaftlichen Bereichen und in der internationalen Diplomatie. Ende September schlossen beide Länder neue Abkommen in den Bereichen Energie, Bankwesen und Gesundheit, Medizin und Biotechnologie. Die kubanische Delegation in Moskau wurde von Russlands Außenminister Sergei Lawrow zu politischen Gesprächen empfangen. Dabei betonten beide Seiten, dass sowohl Russland als auch Kuba "den Multilateralismus, das Völkerrecht, die Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen und die Zusammenarbeit zwischen den Ländern" verteidigten. Lawrow bekräftigte bei diesem Zusammentreffen die Unterstützung Russlands für Kuba in seinem Kampf gegen die US-Blockade.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr