Argentinien produziert russischen Impfstoff Sputnik V

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Die jüngste Lieferung von 800.000 Dosen Sputnik V kam am 20. April in Argentinien an
Die jüngste Lieferung von 800.000 Dosen Sputnik V kam am 20. April in Argentinien an

Buenos Aires. Die argentinische Firma Laboratorios Richmond wird das erste Labor sein, dass den vom Institut Gamaleya entwickelten Impfstoff Sputnik V in Lateinamerika produziert. Argentinien bezieht seit Anfang des Jahres das Vakzin aus Russland und hat bisher rund fünf Millionen Dosen bezogen und verabreicht.

Die staatliche Fluglinie Aerolineas Argentinas holt in wöchentlichen Flügen die Präparate aus Moskau ab. Gelegentlich kam es jedoch zu Engpässen bei den Lieferungen, weshalb eine Produktion auch in Argentinien angestrebt wurde.

Mit Unterstützung der beiden Regierungen kam es im Februar zu einem Abkommen zwischen Laboratorios Richmond und dem Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RDIF) zur Vergabe einer Lizenz.

Die Produktionsstätte in Garin in der Provinz Buenos Aires wurde im Jahr 2011 während der Regierung von Cristina Fernández de Kirchner eingeweiht und ist eine der modernsten in Lateinamerika. 21.000 Dosen wurden bereits testweise produziert und nach Russland zur Prüfung geschickt. Die Massenproduktion soll im Juni starten.

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In Argentinien wurden von der Firma mAbxience zwar bereits 18 Millionen Dosen des Impfstoffes von Astra Zeneca produziert, für die von der Regierung 60 Millionen Dollar im Voraus gezahlt worden waren. Diese stehen jedoch bis dato nicht zur Verfügung: Zur Fraktionierung und Verpackung sollten sie nach Mexiko versendet werden. Die mexikanische Partnerfirma Liomont konnte jedoch ihren Teil des Abkommens nicht durchführen, da die erforderlichen Filter aus den USA aufgrund eines Ausfuhrstopps nicht geliefert werden. Der produzierte Wirkstoff wurde aus diesem Grunde zur Lagerung nach Alburquerque in die USA weitergeleitet und ebenfalls dort zurückgehalten.

Gegen Astra Zeneca und dessen argentinischen Partner läuft aus diesem Grund eine Klage wegen Vertragsbruch. Laut neueren Nachrichten soll auf Anweisung der Regierung von US-Präsident Joe Biden der Export der Filter und des Wirkstoffs jedoch in Kürze freigegeben werden.

In geringeren Mengen wurden von Argentinien auch die Präparate von Johnson & Johnson und von Sinopharm importiert und verwendet.

Mit Pfizer kam man jedoch auf Grund der unannehmbaren Bedingungen, die von der US-Firma gestellt wurden, zu keinem Abkommen. Pfizer hat nach Angaben aus Regierungskeisen einerseits Immunität gegen durch das Präparat verursachte Schäden verlangt, einschließlich bei eigener Fahrlässigkeit, ebenso bei Säumigkeit, andererseits die Verpfändung von staatlichen Vermögen wie Botschaftsgebäuden und Militäreinrichtungen als Sicherheiten verlangt.

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