Kolumbien / Kultur / Politik

Kolumbien: Musiker und Aktivist Junior Jein getötet

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Der Sänger und Aktivist Julio Jein wurde in Cali erschossen
Der Sänger und Aktivist Julio Jein wurde in Cali erschossen

Cali. Der bekannte kolumbianische Rapper und Aktivist Junior Jein ist beim Verlassen einer Diskothek in Cali erschossen worden. Der Musiker hatte zuletzt den Generalstreik und die Protestbewegung unterstützt und sich stark gegen Rassismus eingesetzt. Zwei Verdächtige wurden bisher festgenommen.

Jein war als "König des Pazifik" bekannt und galt als Pionier der Musikrichtung Salsa Choke, die sich aus Salsarhythmen und urbaner Musik zusammensetzt und an der Pazifikküste Kolumbiens beheimatet ist.

Der Musiker war auch durch seinen politischen Aktivismus bekannt. Neben seiner Unterstützung für die Streikbewegung setzte er sich als sozialer Aktivist für die Rechte der afrokolumbianischen Bevölkerung, insbesondere in seiner Heimatstadt Buenaventura, ein. Mit seinem Lied "Quien los mato?" (Wer hat sie getötet?) hatte er mit weiteren Künstlern das Massaker von Llano Verde, bei dem fünf Jugendliche afrokolumbianscher Herkunft getötet wurden, sowie die unzähligen Morde und Massaker an sozialen Aktivisten in Kolumbien angeprangert.

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Der Musiker wurde bereits in seiner Heimatstadt Buenaventura beigesetzt. "Der Tod von Junior Jein schockiert und macht die Herausforderung, die wir alle haben, das Leben zu schützen, noch deutlicher. Obwohl seine Mörder gefasst sind, muss geklärt werden, wer und warum dieses Verbrechen in Auftrag gegeben hat. Seiner Familie und allen Menschen des Pazifiks unser Beileid und unsere Solidarität", schrieb der Bürgermeister von Cali, Jorge Ivan Ospina, auf seinem Twitter-Account.

Noch am selben Abend waren zwei Verdächtige festgenommen worden. Bei Iver Tomas Banguera Florez und Jhon Alex Zuñiga wurden ein R-15 Gewehr Kaliber 5,56 und eine neun Milimeter Pistole gefunden. Die Staatsanwaltschaft ordnete an, dass die beiden Männer während der Ermittlungen und bis zur Verkündung des Urteils in Untersuchungshaft bleiben müssen.

Währenddessen hat die Internationale Menschenrechtsstiftung (Fundacion Internacional de Derechos Humanos) den ehemaligen Präsidenten, Álvaro Uribe Vélez, und den aktuellen Präsidenten, Iván Duque, als die Drahtzieher des Attentats auf Junior Jein beschuldigt: "Wir klagen direkt die paramilitärischen Gruppen, welche mit der Oligarchie verbunden sind sowie Präsident Iván Duque und den ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe Vélez an", da Junior Jein kein einfacher Künstler aus der Region Valle del Cauca war, sondern auch Sozialaktivist und Unterstützer des nationalen Streiks, so eine Stellungnahme der Stiftung.

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