Argentinien / Wirtschaft

Argentinien droht Erdölfirmen mit Sanktionen

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Die Malwinen/Falklandinseln liegen im Südatlantik 395 Kilometer östlich von Südargentinien und Feuerland
Die Malwinen/Falklandinseln liegen im Südatlantik 395 Kilometer östlich von Südargentinien und Feuerland

Buenos Aires. Argentiniens Regierung hat drei Firmen, die ohne ihre Zustimmung auf der südamerikanischen Kontinentalplatte nach Erdöl suchen, Sanktionen angedroht. Das argentinische Außenministerium gab am 7. Juli eine entsprechende Erklärung heraus.

Wie der Staatsekretär für die Malvinas, die Antarktis und den Südatlantik, Daniel Filmus, erklärte, geht es um den Bereich "Malvinas Norte" nahe der umstrittenen Malwinen/Falklandinseln. Die Firmen Chrysaor Holdings Ltd. und Harbour Energy Plc. aus Großbritannien und die israelische Navitas Petroleum LP operieren dort im Zuge des Projekts Sea Lion mit Erlaubnis der aus argentinischer Sicht illegalen Inselbehörden. Die Firmen wurden bereits im vergangenen Jahr verwarnt. Jetzt haben sie 20 Tage, um ein Verteidigungsschreiben vorzulegen.

Den betroffenen Firmen könnte verboten werden, für eine Zeitspanne zischen fünf und 20 Jahren an Fördertätigkeiten auf dem Festland der südatlantischen Wirtschaftszone teilzunehmen. Die Sanktionen betreffen auch andere Firmen, die direkte oder indirekte Teilhaber haben. Diese Regelung wird zudem von einigen internationalen Organisationen anerkannt, darunter auch dem regionalen Wirtschaftsbündnis Mercosur. Außerdem können die Sanktionen Geldstrafen und Embargos zur Folge haben.

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Eine Reihe größerer Akteure wie Britisch Petroleum, das staatliche indische Ölunternehmen ONGC und weitere Firmen haben deswegen von Unternehmungen dieser Art Abstand genommen, solange der Konflikt nicht gelöst ist.

Über die Malwinen/Falklandinseln besteht ein Konflikt zwischen Argentinien und Großbritannien. Die Inselgruppe, die von französischen Seefahrern im 17. Jahrhundert "entdeckt" wurde, gehörte zunächst zum spanischen Kolonialreich, obwohl dieses nur kurzzeitig dort eine Niederlassung hatte, und wurde nach dessen Ende von der jungen argentinischen Republik übernommen, die den dort niedergelassenen Hamburger Geschäftsmann Louis Vernet zum Gouverneur ernannte. 1833 wurden die Inseln von einem Britischen Dettachement besetzt und die argentinischen Siedler vertrieben. 1982 gipfelte der Konflikt in einem kurzen, aber blutigen Krieg zwischen den beiden Ländern.

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