Mexiko: Proteste für bessere Studienbedingungen an den ländlichen Hochschulen

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Die Studierenden kritisierten die mangelnde Unterstützung durch die Regierung
Die Studierenden kritisierten die mangelnde Unterstützung durch die Regierung

Mexiko-Stadt. Ein Protestmarsch in Mexikos Hauptstadt hat eine breitere Akzeptanz der fortschrittlichen Hochschulen zur Ausbildung von Lehrpersonal (Normales Rurales) gefordert. Dazu aufgerufen hatten Studierende der pädagogischen Einrichtungen aus den Bundesstaaten Puebla, Chihuahua, Chiapas, México, Guerrero und Oaxaca.

Sie prangerten die mangelnde Unterstützung ihrer Einrichtungen durch die Regierung an und forderten "ein Ende der Schikanierung und Unterdrückung" der Studierenden von Normales Rurales. Im Rahmen des Protestes am 16. Juli überreichten sie eine Petition an die Bundesbehörden, die die Bedürfnisse der 17 Normales Rurales darlegte. Dabei geht es vor allem um anständige Studienbedingungen, mehr öffentliche Fördermittel und die Möglichkeit zur Eröffnung weiterer solcher Universitäten im Land, denn sie seien die einzige Option, die viele von ihnen hätten.

Mitglieder der Vereinigung von Studierenden der sozialistischen Bauernschaft (FECSM) warnten, sie würden nicht zulassen, dass weitere Studierende der Normales Rurales verschwinden.

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Erst im Mai wurden im Bundesstaat Chiapas 95 Studierende der dortigen Normal Rural Mactumactzá festgenommen. Hintergrund ihrer Proteste war die Entscheidung der Landesregierung, Zulassungsprüfungen zum Studium für den nächsten Zyklus digital durchzuführen. Laut den Betroffene würde dies nicht berücksichtigen, dass viele Bewerber in ländlichen Gebieten mit eingeschränktem Internetzugang leben. Sie würden folglich eine Benachteiligung erfahren. Das UN- Hochkommissariat für Menschenrechte forderte bereits eine umfassende Untersuchung der Geschehnisse, denn dutzende Frauen berichteten, dass sie am Aktionstag von der Polizei sexuell missbraucht worden seien.

Bis in die Hauptstadt reichten die Proteste von Verbündeten der Rural Normal Mactumactzá, die seit dem 7. Juli mit einem Protestcamp vor dem Nationalpalast auf die Umstände ihrer Kommilitonen und Familienangehörigen aufmerksam machen. Die Ereignisse riefen Erinnerungen an das Verschwindenlassen der 43 Lehramtsstudenten von Ayotzinapa im Jahr 2014 hervor. Viele der Protestmärsche in den letzten Wochen wurden daher unter der Forderung organisiert, dass Mactumactzá kein zweites Ayotzinapa werden dürfe.

Der Unmut über die herrschende Kriminalisierung der Studentenschaft kam auch vergangenen Freitag unter den Protestierenden zum Ausdruck. "Als Studierende der Normales Rurales haben wir Bildung in unsere Dörfer gebracht. Wir sind keine Kriminellen, aber die Regierung behandelt uns wie solche", hieß es dazu von der FECSM. Abschließend forderten die Demonstrierenden die Gesellschaft und soziale Organisationen dazu auf, das Protestcamp in der Hauptstadt mit Nahrungsmitteln, Zelten und Decken zu unterstützen.

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