Opfer der Katastrophe am Río Sonora in Mexiko fordern sofortige Schutzmaßnahmen

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Mit einer Unterschriftenkampagne wollen die Komitees den Druck auf die Verantwortlichen erhöhen, endlich zu handeln
Mit einer Unterschriftenkampagne wollen die Komitees den Druck auf die Verantwortlichen erhöhen, endlich zu handeln

Mexiko-Stadt. Die Opfer von acht Gemeinden der Umweltkatastrophe von 2014 haben bei der Bundesanwaltschaft für Umweltschutz (Profepa) sofortige Schutzmaßnahmen eingefordert. Sieben Jahre nach der Verschmutzung des Flusses Sonora durch giftige Chemikalien seien die behördlichen Zusagen immer noch nicht umgesetzt worden.

Die "Komitees des Einzugsgebietes des Río Sonora", in denen die Gemeinden organisiert sind, fordern Zugang von Tausenden betroffenen Menschen zu geeigneten Gesundheitszentren für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten, die auf die Exposition gegenüber Schwermetallen zurückzuführen sind. Zudem sollen die kontaminierten Brunnen beseitigt werden. Die Nationale Wasserkommission wird aufgefordert, dringend die Qualität des Wassers für den menschlichen Gebrauch zu kontrollieren.

Am 6. August 2014 ergossen sich 40 Millionen Liter Kupfersulfatlösung und mehrere Hundert Tonnen Schwermetalle aus einem Rückhaltebecken der Kupfermine des mexikanischen Bergbauunternehmens Buenavista del Cobre direkt in den Sonora-Fluss im Nordwesten Mexikos. Dutzende Kilometer verseuchter Flussläufe, Hautverätzungen bei Menschen, die mit dem Wasser in Berührung kamen und zahlreiche geschlossene Trinkwasserbrunnen waren die unmittelbare Folge. Das Unternehmen gehört zur Grupo México des Milliardärs Germán Larrea.

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Die Stimmung in der Bevölkerung in den acht Gemeinden ist laut Angaben lokaler Reporter sehr angespannt. Sie fordert nach sieben Jahre des Stillstands eine Lösung der Probleme, eine Wiedergutmachung und ein Ende der Straflosigkeit. Auch müssten zugesagte Trinkwasseraufbereitungsanlagen sowie ein Krankenhaus, die bisher ohne Erklärung nicht gebaut wurden, von der Regierung endlich fertiggestellt werden. Ende 2020 wurde offiziell anerkannt, dass die Brunnen, die Tausende von Menschen mit Wasser versorgen, Metalle in gesundheitsgefährdenden Mengen enthalten.

Die Profepa hat indes noch nicht über die Schutzmaßnahmen für die Gemeinden entschieden, obwohl die Bevölkerung dem ständigen Gebrauch und Verbrauch von kontaminiertem Wasser ausgesetzt ist.

Am 4. Oktober endet die Frist für die Einhaltung der im Juli von Präsident Andrés Manuel López Obrador und der Ministerin für Umwelt und natürliche Ressourcen, María Luisa Albores, gegebenen Zusage, innerhalb von "drei Monaten" eine "Umweltdiagnose" des Sonora-Flusses zu erstellen.

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