Nach erfolglosen Verhandlungen: Kupfer-Bergarbeiter streiken in Chile

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Streikende Bergarbeiter zogen vor den Hauptsitz des Staatskonzerns Codelco in Santiago
Streikende Bergarbeiter zogen vor den Hauptsitz des Staatskonzerns Codelco in Santiago

Valparaíso/Santiago. Als Reaktion auf gescheiterte Verhandlungen mit dem staatlichen Unternehmen Codelco streiken mittlerweile über 70 Prozent der Arbeiter in der Kupfermine Andina in der Region Valparaíso. Auch in der Mine Caserones in der Region Copiapó, betrieben von einem japanischen Joint Venture, wird seit zwei Wochen gestreikt.

Vergangene Woche schloss sich mit dem Sindicato de Unión Plantas (Suplant) die dritte Gewerkschaft dem vor zehn Tagen von den Gewerkschaften Sindicato Industrial Integración Laboral (SIIL) und Sindicato Unificado de Trabajadores de Empresa (SUT) begonnenen Streik an. Gemeinsam vereinen sie rund 1.000 Arbeiter. Vertreter der SIIL und SUT versammelten sich vergangene Woche vor dem Hauptsitz von Codelco in der Hauptstadt Santiago zu einer Demonstration.

Im Einzelnen fordern die Gewerkschaften Lohnanpassungen sowie Erhöhungen von Prämien und Zusatzleistungen. Ein großer Streitpunkt ist dabei auch die Streichung der bisherigen Form der Gesundheitsvorsorge.

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Die Streiks finden in einer Zeit statt, in der sich der Kupferpreis auf einem hohen Niveau stabilisiert hat. In den letzten Monaten ist dieser stark angestiegen, angetrieben durch die Bedeutung des Minerals für die Energiewende sowie der Erholung der globalen Wirtschaft nach der Pandemie. Entsprechend fordern die Gewerkschaften, gleichermaßen davon zu profitieren.

Erst vor Kurzem konnte nach langen Verhandlungen ein Streik in der Region Antofagasta in der Mine Escondida, der produktionsstärksten Kupfermine der Welt, abgewendet werden (amerika21 berichtete). Das kanadische Unternehmen BHP Billiton einigte sich vorvergangene Woche mit der verhandelnden Gewerkschaft, die rund 2.000 Arbeiter vertritt. 2017 gab es in der Escondida-Mine einen Streik, der 44 Tage andauerte – der Längste in der Geschichte des chilenischen Bergbaus.

Chile ist der größte Kupferproduzent weltweit, wodurch das "rote Metall" einen entscheidenden Anteil der Exportstruktur des Landes ausmacht – 2020 fast 52 Prozent. Vergangene Woche verlautbarte Codelco, dass die Auswirkungen des Streiks auf die Produktion und die wirtschaftlichen Folgen noch nicht abschätzbar seien.

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