Abschiebung aus den USA: Migranten an abgelegene Grenze in Guatemala verbracht

Tausende Migranten verschiedener Nationalitäten stranden in Grenzdorf. Situation der Abgeschobenen ist prekär. Guatemala beklagt mangelnde Absprache

Migranten werden sich nach Abschiebungen aus Mexiko und den USA an der Grenze zu Guatemala sich selbst überlassen

Migranten werden sich nach Abschiebung aus Mexiko und den USA  an der Grenze zu Guatemala selbst überlassen
Migranten werden nach Abschiebung aus Mexiko und den USA an der Grenze zu Guatemala sich selbst überlassen

Guatemala-Stadt et al. Rund 4.000 zentralamerikanische Migranten sind aus den USA zum abgelegenen Grenzpunkt El Ceibo in Guatemala gebracht worden. Allein in den vergangenen Tagen wurden Hunderte von ihnen aus den Vereinigten Staaten nach Mexiko und anschließend an besagten Grenzübergang deportiert. Bedingungen, um diese dort aufnehmen zu können, werden als unzureichend erachtet. Die Vereinten Nationen sowie Menschenrechtsorganisationen äußerten Besorgnis.

Die Regierung unter US-Präsident Joe Biden begann diesen Monat, basierend auf einem Verfahren, das schnelle Abschiebung für manche von Mexiko kommende Familien ermöglicht, Migranten nach Guatemala zu bringen. Auf diese Art und Weise sollte jenen der wiederholte Grenzübertritt in die USA erschwert werden. Auf Druck seitens der Biden-Regierung unterstützte auch Mexiko diese Praxis und flog Tausende für die Ausweisung vom Norden in den Süden des Landes. Das letzte Stück des Transports zum Grenzpunkt El Ceibo selbst erfolgte in Bussen.

Neben Guatemalteken stammen die Deportierten aus Ländern wie Honduras, El Salvador und Nicaragua. Folglich besteht zum Teil kein Bezug zwischen den Migranten und Guatemala. Ihre Lage in El Ceibo gestaltet sich prekär. Während sich manche eine Unterkunft leisten können, schlafen andere auf der Straße. Dabei befinden sie sich in einer gefährlichen Region, in der Drogenhandel betrieben wird und regelmäßig Schüsse fallen.

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Die guatemaltekische Regierung äußerte Besorgnis, da sie nicht über die Ankunft von Personen verschiedener Nationalitäten unterrichtet worden waren, welche auf dem Landweg nach Guatemala deportiert wurden. Das Außenministerium gab an, Informationen zu den Migrationsbewegungen bei Mexiko und der USA angefragt zu haben. Derweil trafen sich Beamte des guatemaltekischen Migrationsinstitutes und des Außenministeriums mit Vertretern internationaler Organisationen, um Maßnahmen zur Betreuung der betroffenen Deportierten zu koordinieren. Auch Mitglieder des Nationalen Rats für die Betreuung von Migranten sind vor Ort, um Hilfe zu leisten.

Migrationsfragen stellen aktuell weitere Herausforderungen für USA dar: Das Oberste Gericht hatte vorübergehend die richterliche Anordnung einer unteren Instanz, welche die US-Regierung dazu verpflichtet hatte, die "Migrant Protection Protocols" (MPP) wiederzubeleben, blockiert. Nun entschied es, dass der US-Präsident dieser nachzukommen hat. Die Biden-Regierung hatte sich an das Oberste Gericht gewandt, nachdem der 5. US-Berufungsgerichtshof mit Sitz in New Orleans den Antrag, das Inkrafttreten der richterlichen Anordnung aufzuschieben, abgelehnt hatte. Während die Demokratische Partei die MPP kritisiert, begrüßt die Republikanische Partei ihre Reaktivierung. Die Suspendierung dieser und anderer von Trump getroffenen Maßnahmen sei der Grund für das Erreichen eines 20-jährigen Höchststandes von illegalen Grenzüberquerungen in die USA gewesen.

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