Peru: Indigene Aktivist:innen besetzen Ölpipeline

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Indigene Gruppen in Peru rufen den Generalstreik aus, um gegen die Umweltverschmutzung durch die Ölförderung zu protestieren
Indigene Gruppen in Peru rufen den Generalstreik aus, um gegen die Umweltverschmutzung durch die Ölförderung zu protestieren

Manseriche. Eine Gruppe von mehr als 200 Aktivist:innen hat das Gelände der Station 5 der Pipeline des staatlichen Konzerns Petroperú in der nordperuanischen Region Loreto besetzt. Die Firma teilte daraufhin mit, dass sie den Betrieb eingestellt hat.

Die Besetzung ist Teil des nationalen Streiks, zu dem die indigene Vereinigung Federación Nativa Awajún Río Apaga (Fenara) und die Gruppe der von der Erdölförderung betroffenen Bevölkerung (Pueblos Afectados por la Actividad Petrolera, PAAP) aufgerufen hatten. Die Gruppen fordern von der aktuellen Regierung unter dem linken Präsidenten Pedro Castillo die Umsetzung einer Reihe von Versprechen der Vorgängerregierungen.

Dazu gehören insbesondere die Einrichtung eines Treuhandfonds zur Finanzierung der Dekontaminierung von Gebieten, die von Ölverschmutzungen betroffen sind, sowie der Aufbau einer Reihe grundlegender Dienstleistungsinfrastrukturen für Gesundheit und Bildung. Die Vereinigung Fenara forderte die Regierung auf, "nicht zu provozieren, indem sie die Polizei schickt", und sprach sich dafür aus, "einen interkulturellen Dialog vor Ort zu führen". "Dies ist das Ergebnis von einem erfolglosen Dialog in der Hauptstadt Lima", zitiert das Nachrichtenportal swissinfo.ch den Präsidenten der Interethnischen Vereinigung für die Entwicklung des peruanischen Urwalds (Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana, Aidesep), Jorge Pérez.

Immer wieder besetzen Aktivist:innen Ölpipelines in Peru, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Im August 2020 waren im Zuge des Konfliktes mit der Ölfirma PetroTal drei Menschen getötet und 17 weitere durch Zusammenstöße mit Sicherheitskräften verletzt worden.

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Zeitgleich zu der jetzigen Besetzung der Ölpipeline blockieren Mitglieder indigener Gemeinden in der Provinz Espinar die zentrale Zufahrtsstraße zu einer Kupfermine, die von Glencore PLC betrieben wird.

Petroperú kündigte an, rechtliche Schritte einzuleiten und gegen die Aktivist:innen wegen Hausfriedensbruch und der Gefährdung der nationalen Sicherheit vorzugehen.

Die jetzt lahmgelegte Station 5 von Petroperú im peruanischen Regenwald ist ein neuralgischer Punkt für den Öl-Transport. Die peruanische Gesellschaft für Kohlenwasserstoffe (Sociedad Peruana de Hidrocarburos, SPH) kommentiert die erzwungene Aussetzung der Rohölforderung in der Region in einer Pressemitteilung und kritisiert die Maßnahmen der Aktivist:innen "ausgerechnet zu einer Zeit, in der der Preis für ein Barrel bei über 80 US-Dollar liegt, dem höchsten Stand seit 2018."

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