Präsident von Kolumbien militarisiert die Grenzregion zu Venezuela

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Auch Präsident Iván Duque spricht sich für einen "geordneten Grenzübertritt" aus
Auch Präsident Iván Duque spricht sich für einen "geordneten Grenzübertritt" aus

Táchira. Im Grenzgebiet zu Venezuela hat Kolumbien im Verlauf dieser Woche ein Militärkommando mit 14.000 Soldaten eingerichtet. Dem kolumbianischen Verteidigungsministerium zufolge sollen diese Maßnahmen "die Sicherheit und die Kontrolle über mögliche Bedrohungen in der Grenzregion gewährleisten".

Venezuela hatte am Dienstag nach einer mehr als zwei Jahre andauernden Schließung seine Grenzen zum Nachbarland wieder geöffnet. Außerdem äußerte Venezuelas Regierung den Wunsch, die Handelsbeziehungen im Grenzgebiet wieder aufzunehmen. Vizepräsidentin Delcy Rodriguéz erklärte dazu, Präsident Nicolás Maduro habe darum gebeten, "der Bevölkerung des Bundesstaates Táchira an der Grenze zu Kolumbien anzukündigen, dass wir den Handel zwischen unseren Ländern öffnen werden." Die Entscheidung fiel laut Rodriguéz "im Sinne des Volkes, der Brüderlichkeit und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern Kolumbiens und Venezuelas."

Der kolumbianische Präsident Iván Duque verkündete daraufhin die Bereitschaft, einen geordneten Prozess einzuleiten, damit der Grenzübergang gesichert werden könne. Jedoch fügte er hinzu, dass "dies nicht mit ‘chambonadas‘ (durch Ungeschicklichkeit verursachte Fehler) und nicht plötzlich" geschehen werde.

Nachdem vor Kurzem die internationale Brücke Simón Bolívar, die die beiden Bundesstaaten Táchira (Venezuela) und Norte de Santander (Kolumbien) miteinander verbindet, wiedereröffnet wurde, beschloss das kolumbianische Verteidigungsministerium kurzerhand, die militärische Präsenz in diesem Gebiet auf 14.000 Soldat:innen und uniformierte Polizist:innen zu erhöhen.

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Am vergangenen Montag verkündete das Verteidigungsministerium via Twitter: "Wir schützen die Souveränität unseres Landes; an jedem Grenzübergang garantieren Soldaten und Polizisten unserer öffentlichen Gewalt die Rechte und Freiheiten jedes Kolumbianers." Gefolgt vom Hashtag #YoProtejoMiPaís.

Die Grenze war von kolumbianischer Seite aus offiziell seit dem 2. Juni dieses Jahres wieder geöffnet worden. Allerdings wurde sie durch Zäune und Container von venezolanischer Seite blockiert. Diese entfernten die Behörden zu Beginn der Woche.

Kolumbiens Verteidigungsminister Diego Molano erklärte, dass Präsident Duque die Anordnung der Militarisierung der Grenzregion nun traf, um "eine sichere, geregelte und biologisch sichere Grenze zu Venezuela zu haben." Zusätzlich solle eine erhöhte Militärpräsenz bewaffneten Akteuren wie der ELN-Guerilla und Dissident:innen der Farc sowie den Machenschaften des Clan del Golfo entgegenwirken.

Molano führte weiter aus, dass "eine Erhöhung der Streitkräfte einen Betrag zur Kontrolle illegal bewaffneter Gruppen leistet, da diese von Venezuela aus Verbrechen begehen, kriminelle Aktivitäten durchführen und versuchen, die Integrität unserer Soldaten und Polizisten zu beeinträchtigen oder den Drogenhandel zu ermöglichen". Aus diesem Grund seien vier einheitliche Kommandoposten, die unter anderem mit Drohnentechnik arbeiten, in der Grenzregion eingerichtet worden.

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