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Regierung von Venezuela kritisiert diplomatischen Olympia-Boykott der USA

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Logo der Winterspiele 2022 in Beijing, die unter dem Motto "Gemeinsam für eine gemeinsame Zukunft" stattfinden
Logo der Winterspiele 2022 in Beijing, die unter dem Motto "Gemeinsam für eine gemeinsame Zukunft" stattfinden

Caracas. Venezuela hat seine "tiefe Ablehnung" eines diplomatischen Boykotts der Olympischen Winterspiele 2022 in Beijing zum Ausdruck gebracht. Die US-Regierung hat diesen Schritt verkündet, die neue deutsche Außenministerin Annalena Baerbock eine Nachahmung bereits ins Gespräch gebracht.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, hatte im Rahmen einer ihrer täglichen Pressekonferenzen erklärt, dass die USA aus Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in China keine diplomatischen Vertreter zu den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2022 in Peking entsenden würden.

Psaki begründete die Entscheidung mit dem "Völkermord und den Verbrechen gegen die Menschheit, die in [Chinas nordwestlicher Region] Xinjiang fortbestehen, sowie mit anderen Menschenrechtsverletzungen" in China.

Die Athleten der US-Mannschaft würden jedoch nicht davon abgehalten, an den Wettkämpfen teilzunehmen, sagte Bidens Sprecherin.

Das venezolanische Außenministerium nannte den Schritt Washingtons einen "verzweifelten, aber beunruhigenden Akt, der Teil der Verleumdungs- und Manipulationskampagne einer kleinen Gruppe von Ländern" gegen China sei. Er zeige "die anachronistische Sichtweise" der Führungskräfte der USA, die "immer noch an ihrer Sichtweise des Kalten Kriegs festhalten".

Die Olympischen Spiele riefen "zu Frieden, Begegnung und Brüderlichkeit im Rahmen von Toleranz und Respekt" auf. Venezuela fordert, "dass die Politisierung des Sports gestoppt wird, und ruft alle Länder auf, den sportlichen Geist zu verteidigen, der während der Wettkämpfe gemäß den in der Olympischen Charta zum Ausdruck gebrachten Prinzipien und Werten herrschen sollte", so ein über die sozialen Netzwerke geteiltes Kommuniqué.

Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in den USA hatte die Haltung Washingtons bereits zurückgewiesen und bezeichnete sie als einen Akt der politischen Manipulation. China habe keine Einladung an amerikanische Diplomaten ausgesprochen, sodass dieser Boykottversuch gegenstandslos sei, so der Botschaftssprecher.

Venezuela hatte bereits den von Washington ausgerichteten, zweitägigen virtuellen "Demokratiegipfel" vergangene Woche kritisiert. Zu diesem hatte das US-Außenministerium eine große Anzahl von Regierungen weltweit eingeladen, andere Länder wie Russland, China, Ungarn und die Türkei nicht.

Der venezolanischen Außenminister Felix Plasencia bezeichnete die Regierung der USA als "arrogant". "Sie beschließen, dass sie in einer Welt mit so unterschiedlichen Realitäten und Gedanken der einzige Richterstaat sein können, der bestimmen kann, was eine Demokratie ist und was nicht", kritisierte Plasencia.

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