Lateinamerika: China bietet Milliarden-Kredit für Corona-Impfstoff

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An dem Online-Treffen nahmen China, Mexiko, Kuba, Argentinien, Barbados, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Dominica, Panama, Peru, Trinidad und Tobago, Uruguay und Ecuador teil.
An dem Online-Treffen nahmen China, Mexiko, Kuba, Argentinien, Barbados, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Dominica, Panama, Peru, Trinidad und Tobago, Uruguay und Ecuador teil.

Beijing/Mexiko-Stadt. Die Volksrepublik China wird den Ländern Lateinamerikas und der Karibik ein Darlehn in Höhe von einer Milliarde Dollar zur Verfügung stellen, um Zugang zu seinem Corona-Impfstoff zu erhalten. Dies kündigte Außenminister Wang Yi gegenüber regionalen Spitzendiplomaten im Rahmen eines virtuellen Treffens an, das von Mexiko mitorganisiert war. Dabei teilte er seinen lateinamerikanischen Amtskollegen mit, dass ihre Länder zu einem chinesischen Impfstoff "universellen Zugang" haben würden. Außerdem legte Wang auch eine Liste chinesischer Projekte zur Bekämpfung der Pandemie und zur Behandlung von Covid-19 in der Region vor.

Der stellvertretende Außenminister Kubas, Rogelio Sierra, lobte den seit Beginn der Pandemie praktizierten Austausch über die besten Praktiken zu Prävention und Behandlung sowie die Unterstützung Chinas. Der Kampf gegen die Pandemie stelle eine zusätzliche Herausforderung für die Regierungen Lateinamerikas und der Karibik dar, während sie zugleich mit Problemen wie Ernährungsunsicherheit, dem geringsten Wirtschaftswachstum seit mehr als 50 Jahren, einer nicht rückzahlbaren Auslandsverschuldung und Sanktionen konfrontiert seien, so Sierra.

Der kubanische Diplomat wies "die politisch motivierten Kampagnen, die Stigmatisierung und Diskriminierung Chinas" seitens der USA und verbündeter Regierungen zurück und betonte, die Errungenschaften des asiatischen Landes bei der Kontrolle der gesundheitlichen Notlage seien nicht zu leugnen. Er rief dazu auf, die nationalen Gesundheitssysteme zu stärken, dem universellen Zugang zu qualitativ hochwertigen medizinischen Dienstleistungen Vorrang einzuräumen, politische Differenzen zu überwinden und die Einheit zu stärken.

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Das virtuelle Treffen wurde vom chinesischen Außenminister Wang Yi und seinem mexikanischen Amtskollegen Marcelo Ebrard geleitet. Kuba, Argentinien, Barbados, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Dominica, Panama, Peru, Trinidad und Tobago, Uruguay und Ecuador nahmen teil.

Chinas Initiative zeige, dass sich das Land von den USA und dem Ansatz von Präsident Donald Trump unterscheide, so Oliver Stuenkel, China-Experte an der Wirtschaftshochschule FGV in São Paulo. "Während Trumps Priorität darin bestand, einen privilegierten Zugang zu Impfstoffen zu erhalten, ohne die globalen Bemühungen gegen die Pandemie anzuführen, nutzt China die Gelegenheit, um zu zeigen, dass es sich um andere Länder kümmert", sagte er.

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