Venezuela und Russland stärken Kooperation, Maduro betont "volle Unterstützung“ gegenüber Drohungen der Nato

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Das Treffen Maduros mit Borissow (links) wurde im Fernsehen übertragen. Rechts im Bild Minister El Aissami
Das Treffen Maduros mit Borissow (links) wurde im Fernsehen übertragen. Rechts im Bild Minister El Aissami

Caracas. Beim Besuch des stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Juri Borissow in Venezuela haben beide Länder die Vertiefung ihrer Zusammenarbeit vereinbart.

Eine entsprechende Absichtserklärung wurde bei der Sitzung der "Hochrangigen Regierungskommission" (Cian) unterzeichnet, die in den letzten Jahren regelmäßig tagte.

Der venezolanische Ölminister Tareck El Aissami erklärte, Borissows Besuch diene dazu, die mehr als 20 Abkommen in verschiedenen Bereichen weiterzuführen. "Wir haben die Abkommen mit der Russischen Föderation in mehreren Bereichen besprochen, vor allem im Energiesektor", sagte El Aissami. "Dieses Treffen hat uns ermöglicht, den Horizont unserer Zusammenarbeit zu erweitern." Er hob die gemeinsame Arbeit der beiden Länder bei der Stabilisierung des globalen Ölmarktes hervor.

Die russische Delegation aus Beamten mehrerer Ministerien traf sich am Dienstag und Mittwoch mit ihren venezolanischen Amtskollegen, um die laufende Kooperation in Bereichen wie Landwirtschaft, Industrie und Handel zu bewerten.

Borissow seinerseits lobte die Bemühungen der Karibiknation, die Ölproduktion anzukurbeln und die Wirtschaft trotz der Hindernisse durch die einschneidenden US-Sanktionen zu entwickeln.

"Cian ist ein Schlüsselinstrument für unsere Zusammenarbeit und wir freuen uns auf neue gemeinsame Vereinbarungen", sagte der russische Funktionär bei einer Pressekonferenz. Der russisch-venezolanische Handel sei im vergangenen Jahr um 50 Prozent gewachsen.

Russland ist ein wichtiger Verbündeter Venezuelas inmitten der Versuche der USA, das südamerikanische Land zu isolieren. Neben Joint Ventures hat die russische Regierung Kreditlinien bereitgestellt, diplomatische Unterstützung geleistet und die Bemühungen um einen Dialog mit der venezolanischen Opposition gefördert.

Am Mittwochabend traf Borissow mit Präsident Nicolás Maduro zusammen.

Maduro hob die russische Unterstützung bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie hervor. Caracas hat Berichten zufolge zehn Millionen Dosen des Impfstoffs Sputnik V und weitere sieben Millionen Dosen Sputnik Light erhalten, die als Auffrischungsimpfungen verwendet werden.

Zum Thema Verteidigung und Sicherheit erklärte er: "Wir haben unsere enge militärische Zusammenarbeit zur Verteidigung des Friedens, der Souveränität und der territorialen Integrität bekräftigt". Verteidigungsminister Vladimir Padrino López habe "klare Anweisungen", die Beziehungen zu Russland zu stärken.

Die beiden Länder haben in den letzten Jahren intensiv im Verteidigungsbereich zusammengearbeitet. Moskau ist einer der wichtigsten Ausrüstungslieferanten für die venezolanischen Streitkräfte.

Der Präsident betonte erneut die Unterstützung Caracas' für seinen russischen Verbündeten im Kontext der anhaltenden Spannungen mit der Ukraine und der Nato: "Russland kann angesichts der Drohungen seitens der Nato und der westlichen Länder auf die volle Unterstützung Venezuelas zählen", betonte Maduro. Im Januar hatte er dies in einem Telefongespräch mit seinem Amtskollegen Wladimir Putin bereits zum Ausdruck gebracht.

Die Spannungen zwischen Russland und den westlichen Ländern, die Putin beschuldigen, einen Angriff auf die Ukraine vorzubereiten, während Moskau seinen Widerstand gegen eine weitere Nato-Osterweiterung zum Ausdruck bringt, griffen auch auf Russlands Verbündete in Lateinamerika über: Der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow sagte auf Fragen von Reportern, sein Land schließe die Entsendung von Truppen nach Kuba und Venezuela "nicht aus", falls die Lage in der Ukraine weiter eskaliere.

Dies rief die Hardliner der Opposition, unter ihnen der selbsternannte "Interimspräsident" Juan Guaidó, und US-Regierungsvertreter auf den Plan, die sich über eine angebliche russische "Intervention" empörten.

Verteidigungsminister Padrino López stellte klar, dass derartige Erklärungen Russlands lediglich eine Vertiefung der bereits bestehenden militärischen Zusammenarbeit bedeuteten. Zugleich wandte er sich gegen die "unpatriotische Opposition", die von Souveränität spreche, nachdem sie eine ausländische Intervention gefordert hatte.

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