USA und Kolumbien führen Marinemanöver in der Karibik durch, Kritik aus Venezuela

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Bei der Militärübung kam unter anderem auch das Atom-U-Boot "USS Minnesota" zum Einsatz
Bei der Militärübung kam unter anderem auch das Atom-U-Boot "USS Minnesota" zum Einsatz

Caracas/Bogotá. Der Verteidigungsminister Venezuelas, Vladimiar Padrino Lopez, hat scharfe Kritik an einer kürzlichen Marineübung Kolumbiens gemeinsam mit den USA geübt und diese als "imperialistische Inszenierung der Nato" bezeichnet. Dabei wurde auch ein Atom-U-Boot, die USS Minnesota, eingesetzt.

Am 28. Februar hielten Kolumbien und die USA ein Manöver im karibischen Meer ab. Es fand 130 Kilometer vor der Küste Cartagenas statt und wurde im Rahmen des 200-jährigen Jubiläums der Kooperationsabkommen zwischen den Regierungen Kolumbiens und der USA durchgeführt. Ziel sei "ihre Interoperabilität zu erhöhen und die Bande der Freundschaft und Zusammenarbeit im Streben nach Frieden, Sicherheit, Verteidigung der westlichen Hemisphäre und Schutz der gemeinsamen maritimen Interessen, der Freiheit der Schifffahrt und der nationalen Souveränität zu stärken".

Nach Angaben des kolumbianischen Verteidigungsministers, Diego Molano, wurde zum ersten Mal in der Geschichte der maritimen Zusammenarbeit der beiden Länder ein Atom-U-Boot, die USS Minnesota, eingesetzt. Neben diesem nahmen das Küstenkampfschiff USS Billings, das kolumbianische U-Boot ARC Pijao sowie die Fregatten ARC Independiente und ARC Almirante Padilla und zwei Hubschrauber an dem Manöver teil.

Der kolumbianische Präsident Iván Duque hatte erst kürzlich bei einem Europabesuch seine Unterstützung für die Nato und ihrer Positionierung zum Ukrainie-Krieg bekräftigt. Mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg tauschte er sich über "die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Russland und China […] und deren Unterstützung für das repressive Regime in Venezuela" aus.

Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino Lopez kritisierte das Marinemanöver scharf: "Warum so viel imperialistische Prahlerei? Ist das eine Darstellung der Nato-Erweiterung im Amerikanischen Mittelmeer? Drogenhandel, der Krieg in Arauca, systematische Morde und terroristische Gruppen können nicht mit Atom-U-Booten bekämpft werden. Ich lehne dies kategorisch ab", schrieb er auf Twitter. Diese Operation von Kolumbien und den USA komme einem "imperialistischen Auftritt der Nato auf dem Kontinent" gleich. Als "Mediterráneo de América" wird ein westliches Nebenmeer des Atlantischen Ozeans bezeichnet, das aus dem Karibischen Meer und dem Golf von Mexiko besteht.

Kolumbiens Verteidigungsminister Molano bekräftigte, dass die Militäroperation die Bekämpfung des Drogenhandels in der Region fördern sollte, die mit den Ländern Mittel- und Nordamerikas geführt wird. Darüber hinaus erklärte er: "Die Botschaft ist ganz einfach: Kolumbien ist zunehmend bereit, unsere Marine ist zunehmend bereit, die nationale Souveränität zu garantieren und natürlich, wie es schon immer von unserer Marine gesagt wurde, das Blau unserer Flagge zu schützen."

Er führte aus, dass solche Manöver Teil der Rolle des Landes als globales Nato-Mitglied seien. Die Nato habe der Ukraine Waffen geliefert, "um die russische Invasion einzudämmen", daher komme vielleicht auch die Ablehnung des venezolanischen Verteidigungsministers, der seine Unterstützung für Wladimir Putin zum Ausdruck gebracht habe.

In Kolumbien hatten kürzlich Aussagen der US-Unterstaatssekretärin für politische Angelegenheiten, Victoria Nuland, für Kritik gesorgt. Im Rahmen hochrangiger strategischer Sicherheitsgespräche zwischen den USA und Kolumbien in Bogotá sagte sie, das Land sei "Bedrohungen von externen Akteuren" ausgesetzt, insbesondere "im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen". Ohne Beweise vorzulegen, habe sie zudem behauptet, dass "Venezuela mit Unterstützung und technischer Hilfe Russlands und des Irans Truppen an der Grenze zu Kolumbien mobilisiert". Nuland wurde daraufhin vorgeworfen, "Angst und Unsicherheit" hervorzurufen, um Kolumbien für US-Interessen einer imperialen Offensive zu instrumentalisieren.

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