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Venezuela verurteilt "Vandalismus" in seinem Generalkonsulat in Bogotá

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Venezuela fordert in einem Kommuniqué von der Regierung Kolumbiens die Respektierung und den Schutz seiner diplomatischen und konsularischen Vertretungen
Venezuela fordert in einem Kommuniqué von der Regierung Kolumbiens die Respektierung und den Schutz seiner diplomatischen und konsularischen Vertretungen

Bogotá/Caracas. Nach Ausbruch eines Feuers im Generalkonsulat Venezuelas in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá hat das venezolanische Außenministerium den Brand als "Vandalismus" verurteilt. Wie Nachrichtenagenturen berichteten, brach am 17. April gegen 2:00 Uhr Nacht ein schweres Feuer im Konsulat aus.

Berichten zufolge wurde das Feuer ausgelöst, als eine Gruppe von unbekannten Personen ein Lagerfeuer entzündete, das außer Kontrolle geriet. Verletzte oder Schäden an der Infrastruktur rund um das Gebäude wurden nicht gemeldet.

Das Konsulat ist seit 2019 geschlossen. Caracas brach die diplomatischen Beziehungen mit Bogotá im Februar 2019 ab, nachdem die Regierung von Iván Duque ihre Unterstützung für den Oppositionspolitiker Juan Guaidó erklärt hatte, der sich selbst zum Interimspräsidenten Venezuelas ernannte. Zudem erlaubte sie der venezolanischen Opposition, kolumbianisches Territorium als Bühne für einen fehlgeschlagenen Versuch zu nutzen, die Einfuhr von "humanitärer Hilfe" aus den USA über die Westgrenze Venezuelas zu erzwingen.

"Die fehlende Sicherung und der fehlende Schutz des konsularischen Sitzes verletzen die Bestimmungen des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen in den Artikeln 22 und 45, denen beide Staaten beigetreten sind", heißt es in der Stellungnahme des venezolanischen Außenministeriums. Das Gebäude sei bereits mehrfach Ziel von "rechtswidrigen Handlungen" gewesen. Nach der Schließung kam es zu Plünderungen und Zerstörungen des Mobiliars.

"Der Empfangsstaat begeht durch Handlungen oder Unterlassungen eine eklatante und wiederholte Verletzung der wesentlichen Normen, auf denen die internationalen Beziehungen beruhen“, so die Erklärung weiter. Die kolumbianische Regierung wird aufgefordert, die diplomatischen und konsularischen Vertretungen Venezuelas im Nachbarland gebührend zu respektieren und zu schützen.

Der Exekutivsekretär des Regionalbündnisses Alba-TCP (Bolivarische Allianz für die Völker Unseres Amerikas - Handelsvertrag der Völker), Sacha Llorenti, verurteilte in einer auf Twitter veröffentlichten Erklärung den Brand im venezolanischen Konsulat.

Weder die kolumbianische Regierung noch die Polizei haben bisher eine Erklärung oder Angaben zum Vorfall abgegeben.

Laut der Gemeinde des Viertels Santa Bibiana, in der das Konsulat seinen Standort hat, sei das Gebäude zu einem "Brennpunkt der Kriminalität" geworden. Sie forderte nun, dass das Gebäude dauerhaft versiegelt wird.

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