Chile / Umwelt

Anhaltende Dürre: Chile geht das Wasser aus

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Die anhaltende Trockenheit macht nicht nur der Landwirtschaft zu schaffen - auch ein Notfallplan für die Wasserversorgung der Hauptstadt wurde erarbeitet
Die anhaltende Trockenheit macht nicht nur der Landwirtschaft zu schaffen - auch ein Notfallplan für die Wasserversorgung der Hauptstadt wurde erarbeitet

Santiago. Aufgrund der zu geringen Niederschläge der letzten Jahre, soll nun im Rahmen eines Notfallplans in der Hauptstadt Santiago das Wasser für Privathaushalte rationiert werden. Chile leidet seit bereits 15 Jahren unter anhaltender Trockenheit.

Anfang April verkündete der Gouverneur der Metropolregion Santiago, dass es zu Rationierungen von Wasser für über acht Millionen Chilen:innen kommen könnte. Der Grund hierfür sei die seit Jahren anhaltende Dürre im Land, erklärt er. Der vorgelegte Notfallplan sieht vor, dass in einem Rotationsverfahren abwechselnd unterschiedlichen Sektoren der Stadt für maximal 24 Stunden das Wasser abgedreht wird. Bisher ist allerdings noch nicht bekannt, ab wann das System greifen soll.

Seit 2007 sind chilenische Regionen vom Norden bis in den eigentlich niederschlagsreichen zentralen Süden des Landes von einer extremen Dürre betroffen. Viele Stauseen haben hohe Defizite in ihrer Wasserversorgung. In vielen Regionen gingen die Wassermengen der Bäche und Flüsse zwischen 50 und über 90 Prozent zurück.

48 Prozent der chilenischen Bevölkerung leidet in der Folge unter Wassermangel. Damit befindet sich Chile in der größten Dürre seit dem Beginn der Aufzeichnungen der Niederschlagsmengen. Satellitenbilder zeigen den größten Rückgang der Wasserstände chilenischer Seen seit 1915.

In den ländlichen Gebieten Chiles führt die Dürre nicht nur zu einem Rückgang der Biodiversität, sondern auch zu einer verstärkten Krise der Kleinbauern und einem Massensterben landwirtschaftlicher Nutztiere. Nach Angaben unterschiedlicher Medien sind mittlerweile schon zwischen 30.000 und 100.000 Tiere aufgrund der Dürre verendet. In 231 Kommunen und neun Regionen des Landes gilt bereits der von der Regierung Anfang 2022 verlängerte landwirtschaftliche Ausnahmezustand.

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