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Bolivien: Wertschöpfungskette für Lithium im eigenen Land

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Lithium selbst industrialisieren: Nicht mehr länger in der Rolle des Rohstofflieferanten
Lithium selbst industrialisieren: Nicht mehr länger in der Rolle des Rohstofflieferanten

Cochabamba. Bolivien hat vor wenigen Tagen seine erste Produktionsanlage für Lithiumbatterien eingeweiht. Das Privatunternehmen Quantum Batteries befindet sich in der zentralbolivianischen Stadt Cochabamba. Die Erzeugnisse sind hauptsächlich für die Elektrofahrzeuge von Quantum Motors bestimmt.

Quantum Motors nahm 2019 den Betrieb auf und produziert elektrisch betriebene Fahrzeuge vom Fahrrad über Motorräder bis Kleintransporter. Diese waren zunächst mit Blei-Säure-Batterien ausgestattet, die nun durch Lithium-Ionen-Batterien ersetzt werden sollen.

José Carlos Márquez, der Geschäftsführer des Unternehmens, erklärte, dass die Produkte von Quantum Batteries bereits in bedeutenden Mengen auch in anderen Ländern der Region wie Mexiko, Peru, Paraguay und El Salvador vermarktet werden.

Die in Privatbesitz befindliche Produktionsstätte für Akkus ist die erste ihrer Art in dem Andenstaat und profitiert von den großen Lithiumvorkommen in der bolivianischen Region Potosi. Quantum Motors kooperiert mit dem staatlichen Konzern Yacimientos de Litio Bolivianos, der dem Energieministerium untersteht.

Die Wirtschaftspolitik von Bolivien zielte seit der ersten Präsidentschaft von Evo Morales im Jahr 2006 darauf ab, eine eigene Wertschöpfungskette für die verfügbaren Rohstoffe aufzubauen, um Gewinne, die traditionell von internationalen Konzernen kontrolliert werden, für die Entwicklung des Landes einsetzen zu können. Zudem schafft dieses Vorgehen eigene technologische und wissenschaftliche Kapazitäten.

Der heutige Präsident Präsident Luis Arce betonte anlässlich der Eröffnung eines Forschungszentrums für Wissenschaft und Technologie Ende vergangenen Jahres, dass diese neue Einrichtung die Industrialisierung des Lithiums zum Nutzen der Entwicklung der Nation und ihrer Bevölkerung unterstütze (amerika21 berichtete). Der Präsident erinnerte daran, dass "ausländische Interessen" die Bolivianer bisher daran gehindert hätten, ihre eigene Wissenschaft und Technologie zu entwickeln, um den nationalen Reichtum zu nutzen.

Bolivien verfügt mit 21 Millionen Tonnen über die größten bekannten Lithiumvorkommen der Welt.

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