Mexiko-Stadt. Mexikanische Behörden ermitteln weiterhin im Fall des Doppelmordes an Ximena Guzmán und José Muñoz in der mexikanischen Hauptstadt. Bei beiden handelt es sich um hochrangige Angestellte aus dem engsten Kreis der Regierungschefin von Mexiko-Stadt, Clara Brugada.
Die Nachricht über den Mord gab Präsidentin Claudia Sheinbaum am Morgen des 20. Mai während der täglichen Pressekonferenz öffentlich bekannt. Am Folgetag stellte die Generalstaatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt erste Ermittlungsergebnisse vor. Demnach ergaben ballistische Analysen, dass die Tatwaffe bislang nicht registriert war.
Es wurden weder an den Tatorten noch an den Körpern der Opfer Fingerabdrücke gefunden, was laut Ermittler:innen darauf hindeutet, dass die Täter:innen Handschuhe trugen. Sie seien mit drei verschiedenen, als gestohlen gemeldeten Autos in den Bundesstaat Mexiko geflüchtet, der an die Hauptstadt grenzt.
Der Staatssekretär für Bürgersicherheit, Pablo Vázquez Camacho, erklärte bei der Pressekonferenz: "Wir verurteilen diese Tat aufs Schärfste. Ich möchte klarstellen: Keine Form der Gewalt wird Mexiko-Stadt, ihre Menschen oder ihre Institutionen in die Knie zwingen."
Die Behörden betonten, dass derzeit keine konkrete Theorie vorliege, sondern mehrere Spuren verfolgt werden. Ziel sei es, die Untersuchungen gründlich und in enger Abstimmung zwischen Staatsanwaltschaft und Sicherheitsbehörden durchzuführen.
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Gleichzeitig wurde auf die Bedeutung der Vertraulichkeit hingewiesen, um den Ermittlungsprozess nicht zu gefährden. Die Staatsanwaltschaft fügte hinzu, dass der Tod von Ximena Guzmán als Femizid eingestuft werde und alle nationalen Institutionen bei der Untersuchung des Doppelmordes mitwirkten.
Auch Expert:innen äußerten sich öffentlich zu dem Fall. Der Journalist Óscar Balderas, spezialisiert auf organisiertes Verbrechen, vermutet professionelle Täter hinter dem Angriff. Die gezielte Überwachung der Opfer, die präzise Ausführung und der Versuch, zuerst Guzmán zu töten, um das Fahrzeug zu stoppen, deuten seiner Einschätzung nach darauf hin.
David Saucedo, Experte für öffentliche Sicherheit, bestätigte, dass "es Nachlässigkeit gab", da Amtspersonen wie Guzmán und Muñoz ständig von Sicherheitskräften begleitet werden müssten. Das Vorgehen erinnere stark an bekannte Methoden der Drogenkartelle, insbesondere des Kartells Jalisco Nueva Generación. Laut Saucedo werden Angriffe dieser Art häufig dann ausgeführt, wenn Behördenangestellte den Interessen der Kartelle im Weg stehen.
Beide Experten verwiesen zudem auf den Fall des im Vorjahr getöteten Polizeichefs Milton Morales, der unter ähnlichen Umständen ums Leben kam.
Am Tag des Angriffs sprach Brugada den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus und versprach: "Es wird keine Straflosigkeit geben. Die Verantwortlichen werden gefasst und der Justiz überstellt." Alle offiziellen Veranstaltungen der Stadtregierung wurden für den Rest des Tages der Tat abgesagt.


