Angriffe auf autonome Gemeinden in Mexiko nehmen zu

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Wandbild in der indigenen Gemeinde in Mexiko
Wandbild in der indigenen Gemeinde in Mexiko

Cherán K'eri. Bewaffnete Personen haben am 2. Juli die Purépecha-Gemeinde Cherán K'eri im mexikanischen Bundesstaat Michoacán angegriffen und ein Mitglied der kommunitären Sicherheitskräfte getötet. Der Angriff auf Cherán K'eri findet in einem Kontext zunehmender Gewalt durch das organisierte Verbrechen gegen ländliche und indigene Gemeinden in der Region statt.

"Der Angriff ist der Versuch eines direkten Stichs in das Herz unserer Autonomie und gegen alle Völker, die für die Verteidigung des Lebens kämpfen. Wir verurteilen diese Gewalttaten, die darauf abzielen, Angst zu verbreiten, die Gemeinschaft zu spalten und die Prozesse der territorialen Verteidigung zu zerstören, die wir so mühsam aufrechterhalten. Es ist kein Zufall, dass wir angegriffen werden, weil wir den Wald, das Wasser und das Leben verteidigen. Die ausbeuterischen, kriminellen und politischen Interessen überschneiden sich und greifen diejenigen Gemeinden an, die sich nicht unterwerfen lassen", erklärt die Gemeinde in einer Stellungnahme. Das Dorf gilt seit 2011 als Beispiel für indigene Selbstverwaltung.

Hunderte indigene Gemeinden und Organisationen, Kollektive, Journalisten, Akademiker, Künstler und Intellektuelle aus Mexiko und der ganzen Welt haben in einer gemeinsamen Stellungnahme den bewaffneten Angriff verurteilt. Sie fordern, dass der mexikanische Staat seiner Verantwortung bei der Suche nach Gerechtigkeit und Wiedergutmachung der entstandenen Schäden nachkommt. 

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Die Verwaltung von Cherán K'eri macht den mexikanischen Staat, insbesondere die Bundes- und Landesregierungen, mitverantwortlich und wirft ihnen Unterlassung, Mittäterschaft und Schweigen angesichts dieser neuen Aggression vor. In der Stellungnahme heißt es: "Während die Bundesregierung einen Plan für die Gerechtigkeit für indigene Völker bewirbt, der nicht mit uns entwickelt wurde und nicht unseren Bedürfnissen entspricht, herrscht die Gewalt in unseren Territorien."

In den vergangenen Wochen haben die Angriffe auf verschiedene Gemeinden im Bundesstaat Michoacán zugenommen. In der Hochebene Purépecha berichten Bewohner:innen der Dörfer Nahuatzen, Arantepacua, Capacuaro und Santa Fe de la Laguna von Drohungen, bewaffneten Überfällen und Gebietsenteignungen. Im Südwesten des Bundesstaates kam es zu mehreren Angriffen mit Drohnen und großkalibrigen Waffen gegen die Nahua-Gemeinde Santa María Ostula. Hinter den Angriffen wird das Kartell Jalisco Nueva Generación vermutet. Auch den Angriff auf Cherán schreiben Beobachter dieser kriminellen Gruppe zu. Ziel dieser Attacken ist die Kontrolle der natürlichen Ressourcen und die Zerstörung kommunaler Regierungen und Lebensentwürfe, die ihre Gemeingüter verteidigen.

Am 15. April 2011 haben sich die Bewohner Cheráns organisiert, um der illegalen Abholzung des Waldes, dem organisierten Verbrechen und korrupten Politikern entgegenzutreten. Die rund 20.000 Einwohner Cheráns etablierten eine autonome Regierungsform, basierend auf Versammlungen und kommunitären Formen der Justiz, Verwaltung und Sicherheit. Dieses Regierungsmodell wurde in Mexiko gesetzlich anerkannt und diente zudem als Beispiel für die Organisierung anderer Gemeinden in Michoacán.