Caracas. Venezuelas Außenminister Yván Gil hat beim "Gipfel der Völker für den Frieden und gegen den Krieg" in Caracas zum Schulterschluss aller Organisationen und sozialen Bewegungen aufgerufen, die sich gegen Krieg und Imperialismus stellen.
Vor rund sechshundert Delegierten aus fast achtzig Ländern forderte Gil am vergangenen Freitag entschlossene Maßnahmen gegen die drohende Eskalation globaler Konflikte. "Wir müssen eine breite Front bilden, die es uns ermöglicht, uns zu organisieren, uns zu wehren und diesen Kampf zu gewinnen", erklärte er.
Gil sagte, der Westen erfinde ständig neue Bedrohungen, um seine Aggressionen zu rechtfertigen. Als Beispiele nannte er die Stigmatisierung von Migrant:innen in den USA oder die Angstkampagnen gegen islamische Kulturen in Europa.
Im Namen der venezolanischen Regierung rief Gil dazu auf, revolutionäre und soziale Bewegungen weltweit – von Umwelt- bis zu Fraueninitiativen – stärker zu vernetzen und zu mobilisieren, um den Kampf für den Frieden auf globaler Ebene zu führen. Die aktuelle Situation verlange ein Übergehen aus dem bloßen Abwehrkampf in die Offensive: "Wir müssen handeln, gestalten und vorangehen", betonte er.
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Einen besonderen Schwerpunkt legte Gil in seiner Rede auf die Lage in Palästina. Er bezeichnete die Situation des palästinensischen Volkes als "authentischen Völkermord", der seit 1948 andauere. Der Kampf der Palästinenser:innen sei keine regionale oder religiöse Angelegenheit, sondern eine globale Frage der Gerechtigkeit und Menschlichkeit, so der Außenminister. Venezuela kündigte in diesem Zusammenhang eine Initiative für eine Weltfriedenskonferenz zur Unterstützung Palästinas an und bekräftigte seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk.
Im weiteren Verlauf seiner Rede erinnerte Gil an die vielfältigen Angriffe auf Venezuela seit Beginn der Bolivarischen Revolution im Jahr 1999. Dazu zählten mehr als tausend einseitige Sanktionen seitens der USA, der Diebstahl venezolanischer Auslandsguthaben, die Blockade lebensnotwendiger Güter und der versuchte Mordanschlag auf Präsident Nicolás Maduro im Jahr 2018. Trotz aller Widrigkeiten sei Venezuela nicht gebrochen, sondern gestärkt aus der Krise hervorgegangen, betonte der Minister. Venezuela habe trotz der Blockade aus eigenen Kräften seine Produktionskraft reaktiviert, die Ölindustrie wiederaufgebaut und die Versorgungslage der Bevölkerung verbessert.
An dem Treffen nahmen Delegationen aus rund achtzig Ländern teil. Neben zahlreichen lateinamerikanischen Ländern wie Argentinien, Brasilien, Chile, Kuba und Mexiko waren auch Vertreter:innen von Organisationen aus Portugal, Russland, Kasachstan und Aserbaidschan anwesend.

