Brasilien: VW muss Millionenstrafe wegen Sklavenarbeit zahlen

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Anfang der 1970er nutzte die brasilianische Regierung die Marke Volkswagen, um für Investitionen in der Amazonasregion zu werben
Anfang der 1970er nutzte die brasilianische Regierung die Marke Volkswagen, um für Investitionen in der Amazonasregion zu werben

Redenção. Nach sechs Jahren umfassender Untersuchung hat ein Arbeitsgericht die brasilianische Tochtergesellschaft von Volkswagen wegen Sklavenarbeit verurteilt. Der Vorfall soll auf einer Rinderfarm im nördlichen Bundesstaat Pará während der Militärdiktatur in den 1970er und 1980er Jahren geschehen sein.

Laut dem vom Arbeitsministerium veröffentlichten Urteil muss der deutsche Automobilhersteller 165 Millionen Real (etwa 26 Millionen Euro) zahlen. Das Geld soll an einen Fond zur Förderung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und der Bekämpfung moderner Sklaverei in Pará gehen. Zudem muss sich VW öffentlich zu seiner Verantwortung bekennen und sich bei den betroffenen Arbeitnehmer:innen und "der gesamten brasilianischen Gesellschaft" entschuldigen.

Die Staatsanwaltschaft für Arbeitsrecht spricht von einem historischen Fall. Das Urteil sei das "höchste in der Geschichte" für einen Fall von Sklavenarbeit in Brasilien.

Die Vorfälle von Menschenrechtsverletzungen ereigneten sich zwischen 1974 und 1986 auf der Fazenda Vale do Rio Cristalino, auch bekannt als Fazenda Volkswagen, in Santana do Araguaia. Dort sollen Hunderte Arbeiter:innen von Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, erschöpfende Arbeitszeiten, prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen sowie bewaffnete Überwachung betroffen gewesen sein.

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Volkswagen kündigte bereits an, in Berufung zu gehen. In einer Erklärung teilte die brasilianische Tochtergesellschaft mit, dass "das Unternehmen konsequent die Grundsätze der Menschenwürde verteidigt und alle geltenden Arbeitsgesetze und -vorschriften strikt einhält". VW betont "sein unerschütterliches Engagement für soziale Verantwortung, die untrennbar mit seinem Verhalten als juristische Person und Arbeitgeber verbunden ist".

Der Richter Otavio Bruno da Silva Ferreira, der die Entscheidung traf, argumentierte, dass es deutliche Beweise dafür gebe, dass das Unternehmen nicht nur in diese Farm investiert habe, sondern auch "aktiv an ihrer strategischen Leitung beteiligt war und direkt von der illegalen Ausbeutung von Arbeitskräften profitierte".

Ferreira fügte hinzu, das Unternehmen habe in den Jahren, in denen sich die angezeigten Vorfälle ereigneten, über öffentliche Mittel und Steuervorteile verfügt, die dazu beigetragen hätten, das Viehzuchtgeschäft anzukurbeln und es zu einer der größten Zentren der Branche zu machen. Der Grund für VWs Investment in die Viehzucht lag an der brasilianischen Gesetzgebung während der Militärdiktatur. Diese zwang den Konzern dazu, einen Teil seiner Gewinne aus dem Automobilgeschäft im Land anzulegen.

2019 gelangte der Fall an die Staatsanwaltschaft. Erst nach der intensiven Prüfung des Falls, dem Einsatz einer Sonderarbeitsgruppe und Zeugenvernehmungen, wurde Ende 2024 der Automobilhersteller strafrechtlich verfolgt. Ab Juni 2025 musste sich VW dann vor Gericht verantworten (amerika21 berichtete).