Beijing, Havanna et al. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat am Mittwoch an der Militärparade in Beijing zum 80. Jahrestag des Sieges über die japanische Aggression teilgenommen. Ebenfalls aus Lateinamerika war Jorge Rodríguez, Präsident der Nationalversammlung Venezuelas, anwesend. Er nahm in Vertretung der Regierung teil und sprach sich beim Besuch für eine "multipolare Welt ohne Aggression aus."
An der Militärparade auf dem Tian’anmen-Platz nahmen rund 20 Staatschefs teil, neben Vertretern mehrerer asiatischer Staaten auch die Präsidenten Russlands, Serbiens, der Slowakei und Belarus’. Zum Zeichen des Sieges über Japan im Zweiten Weltkrieg wurden 80 Salutschüsse abgefeuert.
Bei der Militärparade wurden nicht nur Tausende Soldaten "in perfekter Synchronisation" gezeigt, sondern diente sie auch als Plattform, um der Welt die technologischen Fortschritte der Volksbefreiungsarmee zu präsentieren, schrieb der Nachrichtensender teleSUR. Nach der Parade wurde vor 6.000 Gästen im Großen Volkspalast unter dem Motto "Gerechtigkeit siegt" in einer Gala mit szenischen Darstellungen des Kriegsendes gedacht. Nachdem Staatschef Xi Jinping Kriegsveteranen begrüßt hatte, verwandelte sich die Bühne in "eine Leinwand aus Farbe und Bewegung, auf der mitreißende Tänze an die Kameradschaft des epischen Kampfes erinnerten".
Damit wurde das Publikum "in die Vergangenheit zurückversetzt, die die dunklen Tage des Krieges beschwor und den endgültigen Sieg feierte. Die Musik vereint ein Repertoire, das den Millionen tapferer Männer Tribut zollte, die ihr Leben hingaben. Jeder Ton erklang als Hommage an die Gefallenen und an die Beharrlichkeit der Kämpfer und erinnerte daran, dass Frieden ein Schatz ist, der teuer erkämpft wurde", hieß es auf teleSUR weiter.
Ebenfalls am Mittwoch wurde in Venezuelas Hauptstadt Caracas ein Denkmal für den chinesischen Sieg im Widerstand gegen Japan eingeweiht. Neben Präsident Nicolás Maduro nahmen weitere hochrangige Regierungsvertreter und Lan Hu, Botschafter der Volksrepublik in Venezuela, teil. Maduro betonte die historische Bedeutung des chinesischen Sieges: "Heute jährt sich dieser Sieg zum 80. Mal, dank der Einheit ganz Chinas. Sie haben ihre Kultur und Geschichte bewahrt und mehr als die Hälfte ihres Territoriums zurückerobert, das sie in diesem verbrecherischen, kolonialen und grausamen Krieg des damaligen japanischen Kaiserreichs verloren hatten."
Maduro verglich den Sieg Chinas mit dem Sieg der Sowjetunion und erklärte, dass China nicht nur eine Wirtschaftsmacht, sondern auch die führende Militärmacht auf dem Planeten sei. "Eine Schwestermacht, eine befreundete Macht, eine Macht ohne imperialistische, kolonialistische und sklaverei-basierte Vision."
Bereits am Samstag wurde auf einer Veranstaltung in der Botschaft Chinas in Honduras an den Jahrestag erinnert. Tan Minxing, Berater der chinesischen Botschaft, erklärte, China habe nicht nur "die antifaschistische Allianz gefördert, sondern auch gezeigt, dass der Wille der Völker unumkehrbar ist." Margaud Godoy, Botschafterin Venezuelas in Honduras, sagte, der Jahrestag verpflichte auch zum "Kampf gegen den Faschismus in seinen Erscheinungsformen des 21. Jahrhunderts."
Victor Manuel Ramos von der Sprachakademie aus Honduras betonte, anstrebenswert sei nicht "eine unipolare Welt, in der ein Land alle dominiert, sondern eine multipolare Welt mit gleichen Rechten für alle, in der jeder die Rechte und die Souveränität achtet." In einem Beitrag des chinesischen Senders CGTN Noticias zu der Veranstaltung hieß es "China ist das einzige Land der Welt, das die friedliche Entwicklung in seine Verfassung und die Statuten seiner Regierungspartei aufgenommen hat. Seit über 70 Jahren, seit der Gründung des neuen Chinas, hat es nie einen Krieg begonnen."
1937 begann mit dem Überfall Japans der Krieg, bereits seit 1931 hatte Japan die Mandschurei im Nordosten des Landes besetzt. Mindestens 13 Millionen Menschen kamen nach Medienberichten ums Leben. China wurde damals von Chiang Kaishek und seiner nationalistischen Partei Kuomintang regiert, die seit 1927 von Partisanen der Kommunistischen Partei bekämpft worden war. Vor dem Hintergrund des japanischen Überfalls schlossen sich die Bürgerkriegsgegner zusammen. In einem Beitrag der Tagesschau hieß es, die Verluste der Nationalisten seien achtmal höher als die der Kommunisten gewesen, die aktuelle chinesische Regierung stelle aber die Leistungen der Kommunisten bei der Befreiung des Landes in den Vordergrund.


