Caracas. In Venezuela haben am Dienstag erneut Kundgebungen für den entführten und in den USA festgehaltenen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores stattgefunden. Auf der zentralen Plaza Bolívar in der Hauptstadt Caracas versammelten sich Tausende Menschen, um für die Freilassung des Präsidentenpaars zu demonstrieren.
In den letzten zwei Wochen haben immer wieder solche Demonstrationen in Caracas und in anderen Bundesstaaten stattgefunden. So mobilisierten die regierende Vereinigte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV), die landesweite Kommunenbewegung sowie Frauen-, Rentner:innen- und Jugendorganisationen zu jeweils eigenen Aktionstagen Zehntausende Menschen im ganzen Land.
Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez betonte indes, Venezuelas Regierung stehe in einem "Dialogprozess" mit der Administration von US-Präsident Donald Trump. Es würden Gespräche geführt, "ohne Angst, die Differenzen und Schwierigkeiten anzugehen".
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Im Rahmen dieses Dialogs scheint es auch ein Einvernehmen über den Verkauf venezolanischen Erdöls durch die USA gegeben zu haben. Nachdem Trump am 3. Januar ursprünglich angekündigt hatte, die USA würden die komplette Kontrolle über Venezuelas Öl und die Einnahmen daraus übernehmen, gab Rodríguez am Dienstag bekannt, Venezuela habe von den USA 300 Millionen US-Dollar aus dem Ölverkauf erhalten (amerika21 berichtete). Ob es sich dabei um Öl aus illegal beschlagnahmten Tankern handelt oder um reguläre Lieferungen aus Venezuela und wer die Käufer waren, wurde aus den Äußerungen nicht klar.
Aufmerksamkeit erhielt auch die Neubesetzung einiger Posten im venezolanischen Militär. Nachdem Rodríguez bereits den Chef der Präsidentengarde und des Inlandsgeheimdienstes ausgetauscht hatte, ernannte sie am Mittwoch neue Befehlshaber mehrerer "strategischer Regionen der integralen Verteidigung" (Redi), wie die bundesstaatsübergreifenden Zonen genannt werden, in denen die Streitkräfte organisiert sind.
Von den insgesamt acht Redi erhalten zwei neue Kommandanten, darunter die Andenregion mit dem Bundesstaat Táchira an der Grenze zu Kolumbien. Es sind die ersten Änderungen in der Führungsriege der Streitkräfte, seit Rodríguez vom Obersten Gericht in Abwesenheit von Maduro als geschäftsführende Präsidentin eingesetzt worden ist.

