San José. Bei den Präsidentschaftswahlen in Costa Rica zeichnet sich ein Sieg von Laura Fernández Delgado von der Partido Pueblo Soberano (PPSO) ab. Nach Auszählung von 69,4 Prozent der Stimmen kommt die Kandidatin auf 49,6 Prozent. Für einen Wahlsieg in der ersten Runde sind mindestens 40 Prozent notwendig. Auf den zweiten Platz kommt Álvaro Ramos von der in der politischen Mitte stehenden Partido Liberación Nacional (PLN) mit 32,5 Prozent. Es folgen die Coalición Agenda Ciudadana mit 4,4 Prozent und das Linksbündnis Frente Amplio mit 3,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 69 Prozent.
Fernández gilt als politische Nachfolgerin des scheidenden Staatschefs Rodrigo Chaves Robles, der laut Verfassung nicht erneut kandidieren durfte. Fernández war mit dem Versprechen der Kontinuität der Politik von Chaves angetreten.
Im 57-köpfigen Parlament wird die PPSO nach bisheriger Auszählung mit 30 Sitzen stärkste Partei, gefolgt von der PLN mit 18 Sitzen. Das Linksbündnis Frente Amplio ist mit sieben Abgeordneten vertreten.
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Nach Angaben des Obersten Wahlgerichtes verliefen die Wahlen ruhig und ohne besondere Vorkommnisse.
Fernández setzte im Wahlkampf vor allem auf das Thema innere Sicherheit vor dem Hintergrund einer wachsenden Kriminalitäts- und Mordrate. Das lange Zeit als vergleichsweise sicher geltende mittelamerikanische Land wurde in den vergangenen Jahren von einer Welle der Drogen- und Bandenkriminalität erschüttert, die Mordrate lag 2025 bei 17 Morden auf 100.000 Einwohner, der achthöchste Wert in Lateinamerika. Dagegen setzt Fernández auf Maßnahmen, von denen die Opposition befürchtet, sie könnten die Gewaltenteilung aufheben und ein autoritäres Modell wie in El Salvador errichten. Zur Grundsteinlegung eines neuen Hochsicherheitsgefängnisses reiste der salvadorianische Präsident Nayib Bukele an (amerika21 berichtete).


