Managua. Nicaragua verzeichnet in den ersten Wochen des Jahres 2026 nach offiziellen Angaben ein Wachstum bei den Exporten von Kaffee, Fleisch, Zucker und Melasse. Als Gründe für die Steigerung werden strenge Qualitätszertifizierungen und die Erschließung neuer internationaler Märkte genannt.
Für Ricardo Somarriba, Geschäftsführer des Instituts für Schutz und Gesundheit in der Landwirtschaft (IPSA), ist das Wachstum ein Ergebnis der direkten Begleitung der Produzenten mit strengen Gesundheitszertifizierungsprozessen. Dadurch werde die Qualität der nationalen Produkte auf den internationalen Märkten gewährleistet und Nicaragua als Exportland gestärkt.
Bei den Exporten von Rindfleisch gab es im Januar 2026 ein Wachstum von 86 Prozent, beim Export des dunkelbraunen Zuckersirups (Melasse) sogar von 463 Prozent. Die Steigerung bezieht sich auf die Zahlen aus dem Januar 2025. Somarriba erklärte zur Qualitätssicherung, dass das Land über ein Netzwerk international akkreditierter Labore verfüge, die sowohl Waren für den Export als auch für den Verbrauch der nicaraguanischen Bevölkerung stetig untersuchen.
Nicaragua hatte bereits das Jahr 2025 mit einem neuen Rekord im Außenhandel abgeschlossen. Laut dem Jahresbericht des Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Handel (MIFIC) stiegen die Gesamtexporte auf den Wert von 8,72 Mrd. US-Dollar, womit erstmals die 8-Mrd.-US-Dollar-Marke überschritten wurde.
Laut MIFIC hat sich Rohgold mit 22,7 Prozent am Gesamtexport und dem Wert von 1,971 Mrd. US-Dollar als wichtigstes Produkt etabliert. Von den exportierten 19,9 Tonnen gingen 51 Prozent in die Vereinigten Staaten, 44 Prozent nach Kanada, vier Prozent in die Schweiz und ein Prozent in die Europäische Union (EU).
Keine Werbung, keine Paywall, aber trotzdem Nachrichten aus Lateinamerika?
Das geht nur mit den Spenden unserer Leserinnen und Leser. Unterstützen Sie uns jetzt.
An zweiter Stelle steht Bekleidung mit 1,7 Mrd. US-Dollar, die im Wesentlichen in Weltmarktfabriken gefertigt wird. 82 Prozent davon wurden in die USA, 16 Prozent nach Mittelamerika, ein Prozent in die EU und ein Prozent nach Mexiko geliefert. An dritter Stelle folgte Rindfleisch mit 961 Millionen US-Dollar und 142.512 Tonnen Exporten. Dieses ging vor allem in die USA, auf den mittelamerikanischen Markt und nach Mexiko. Die Exporte von Rohkaffee beliefen sich auf insgesamt 918,4 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 75,1 Prozent entspricht. Die Hauptmärkte dafür waren die EU mit 41 Prozent und die USA mit 36 Prozent.
Exporte von Lebensmitteln konkurrieren dabei nach Medienberichten nicht mit dem Konsum im Land. Bei der Lebensmittelproduktion hat das Land 2025 nach Angaben des Webportals cuadernosandinista eine weitgehende Souveränität erreicht - 90 Prozent der im Land konsumierten Lebensmittel werden auch hier angebaut. 2026 sollen es sogar 95 Prozent werden. Laut dem Artikel habe Nicaragua seit "2007 auf Investitionen in produktive Sektoren und die Rückgabe von Land an die Kleinbauern gesetzt. Die Verteilung von über 552.000 Landtiteln kam mehr als 2,5 Millionen Nicaraguanern zugute, darunter auch indigenen Gemeinschaften, die nun über 30 Prozent des Staatsgebiets besitzen."
Dem Ziel, die Exporte zu diversifizieren, kam Nicaragua nur begrenzt näher. Wichtigstes Abnehmerland bleibt die USA mit 46,3 Prozent des Gesamtvolumens. Auch Mexiko (12,2 Prozent), Kanada (10,7 Prozent) und die EU (6,9 Prozent) sind wichtige Absatzmärkte. Die Exporte nach China stiegen 2025 auf 102 Mio. US-Dollar, ein Wachstum von 24,8 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr.
Laut der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) konnte Lateinamerika sein Exportvolumen im vergangenen Jahr um über sechs Prozent steigern. Nicaragua verzeichnete dabei einen Zuwachs von 15,5 Prozent und zählt damit zu den führenden Exportländern in der Subregion Mittelamerika und Dominikanische Republik.
Nach Angaben der Entwicklungsbank sind die Exporte aus Lateinamerika vor allem durch höhere Verkäufe von Metallen – insbesondere Gold, Kupfer und Silber und durch den agrarindustriellen Sektor mit Zuwächsen bei Produkten wie Kaffee, Kakao, Obst und Fleisch angekurbelt wurden.


