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Bundespräsident besucht Panama erstmals offiziell

Reiseauftakt in Panama-Stadt am Montag. Treffen mit Präsident José Raúl Mulino. Neutralität des Kanals Thema bei den Gesprächen

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Zu Steinmeiers Reiseroute gehört auch ein Besuch beim Panamakanal
Zu Steinmeiers Reiseroute gehört auch ein Besuch beim Panamakanal

Panama-Stadt. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Montag in Panama seine Reise durch Mittelamerika begonnen. Zum ersten Mal besuchte ein Staatsoberhaupt aus Deutschland offiziell das Land. Auf dem Programm stand neben den Gesprächen auch ein Besuch des Panama-Kanals und das Biomuseum.

Zum Auftakt traf er den panamaischen Präsidenten José Raúl Mulino. Themen waren vor allem Wirtschaftsbeziehungen, internationale Zusammenarbeit und die Stärkung demokratischer Institutionen.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz betonte Steinmeier die Bedeutung der Souveränität Panamas über den Kanal und erklärte, dessen Neutralität müsse "außer Frage stehen". Die Aussage wird auch als Reaktion auf frühere Drohungen aus Washington gewertet, den strategisch wichtigen Kanal wieder stärker unter US-Einfluss zu bringen. Der Kanal gilt als zentrales strategisches Objekt im Wettbewerb zwischen den USA und China.

Panamas Regierung bezeichnete den Besuch als Zeichen enger Beziehungen und politischer Kooperation zwischen beiden Ländern.

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In Lateinamerika gibt es jedoch auch kritische Stimmen zur Kooperation mit Europa. Soziale Organisationen sehen in den verstärkten europäischen Initiativen vor allem den Versuch, im globalen Wettbewerb mit China und den USA Einfluss zu sichern. Besonders bei strategischen Infrastrukturprojekten, Rohstoffen und Handelsabkommen wächst der Druck auf die Region.

Gewerkschaften aus Panama warnen daher, neue Partnerschaften dürften nicht zu einer erneuten Abhängigkeit führen. Stattdessen müsse Kooperation auf Augenhöhe stattfinden und die sozialen und ökologischen Interessen der Länder Lateinamerikas stärker berücksichtigen.

Am Dienstag und Mittwoch wird Steinmeier Guatemala besuchen und reist anschließend nach Mexiko.