Santiago de Chile. Am letzten Mittwoch haben Tausende Schüler während der Schulzeit durch das Zentrum der Hauptstadt demonstriert. Sie prangerten die Streichungsmaßnahmen der rechten Regierung unter Präsident José Antonio Kast an und verlangten den Ausbau des öffentlichen Schulsystems. Im Mai sind weitere Proteste geplant.
Unter dem Motto "Ohne Bildung für das Volk gibt es keinen Frieden für die Regierung" hatten mehrere lokale und regionale Schülervertretungen zu dem "Mochilazo" aufgerufen - einem Marsch in Schuluniformen und Rucksäcken. In Valparaiso, Los Andes und Temuco kam es ebenfalls zu Demonstrationen. Einige Studentenvertretungen aus dem Universitätsbereich solidarisierten sich und schlossen sich den Demonstrationen an.
Den Demonstrationen waren drei Schulbesetzungen in Santiago vorausgegangen. Die Schüler haben den regulären Schulbetrieb boykottiert und zum Teil den Verkehr vor den Schulgebäuden lahmgelegt. Die nationale Schülervertretung Asamblea Coordinadora de Estudiantes Secundarios (ACES) hat für den 14. Mai zu landesweiten Aktionen aufgerufen. Die 17-jährige Sprecherin Darlyn Marchant erklärte: "Wir verstärken und reorganisieren die Schülerbewegung, um unsere Forderungen deutlich zu machen. Die Regierung versucht lediglich, das öffentliche Bildungswesen weiter zu untergraben." Die ACES war in den vergangenen Jahren eine tragende Kraft in der Schüler- und Studentenbewegung.
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Erst knapp zwei Monate im Amt hat die rechte Regierung per Dekret Einsparungen vor allem im Bildungsbereich, Gesundheitswesen und Wohnungsbau im laufenden Haushaltsjahr verfügt. Finanzminister Quiroz hat jetzt die Vorgaben für das Haushaltsjahr 2027 gemacht. Er verlangt eine generelle Kürzung von 15 Prozent der jetzigen Mittel in allen Bereichen, die bis zum Regierungsende 2031 weitergehen sollen. Im Bildungsbereich stehen Streichungen unter anderem für die Schulspeisung, Mittel für den Ausbau der öffentlichen Schulen, das Programm zur Förderung von Lese- und Schreibfertigkeiten, Mittel zur Wiedereingliederung von Schulverweigerern und Maßnahmen zur Erleichterung des Universitätsstudiums für sozial benachteiligte Schüler an.
Um mögliche Kritiker zu beschwichtigen, erklärte der Finanzminister die Programme in der jetzigen Form als nicht erneuerbar. Anweisungen zu Mittelkürzungen oder Streichung seien bisher nicht erfolgt.

