Bolivien / Politik

Evo Morales wirft in Bolivien USA und Regierung Mordpläne vor

Ex-Präsident richtet Vorwürfe an USA und Regierung Paz. Er nennt DEA und Südkommando der USA. Einsatz solle von Paraguay aus starten

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Laut Evo Morales (stehend) gibt es Mordpläne seitens der USA gegen seine Person
Laut Evo Morales (stehend) gibt es Mordpläne seitens der USA gegen seine Person

Cochabamba/La Paz. Der ehemalige Präsident Boliviens, Evo Morales, hat am Freitag erklärt, es gebe Mordpläne seitens der USA und der aktuellen Regierung von Präsident Rodrigo Paz gegen seine Person. Demnach solle "bald" eine Militäroperation seitens der US-Antidrogenbehörde DEA und des US-Kommando Sur gegen ihn ausgeführt werden, schrieb der ehemalige Staatschef am Freitag auf seinen sozialen Netzwerken. In einem Video ebenfalls am Freitag sagte er, die Operation gegen ihn werde "diesen Freitag oder morgen" von Paraguay aus durchgeführt.

Morales beschuldigte den ehemaligen Regierungsminister Carlos Sánchez Berzain, der seit 2003 in den USA lebt, und Ernesto Justiniano, Vizeminister für soziale Verteidigung, der Verschwörung. Beide würden sich "in Washington aufhalten". Tatsächlich war Justiniano vergangene Woche nach Washington gereist und hatte dort am vergangenen Mittwoch die Einrichtung eines Büros der DEA in La Paz in Bolivien bekannt gegeben.

Der ehemalige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, solidarisierte sich mit Morales und schrieb auf X: "Wenn die USA Evo angreifen, greifen sie das kollektive Gedächtnis von Millionen von Indigenen, Bauern und Arbeiter an, die jahrhundertelang ausgebeutet und ausgegrenzt wurden und die in Evo und seiner Führung eine Hoffnung auf Freiheit und Würde fanden."

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Als Reaktion auf die Äußerungen von Morales besetzten Anhänger der sechs Föderationen der Tropen, eine Organisation von Kokabauern im Departamento Cochabamba, den Flughafen von Chimoré in den tropischen Regionen des Departamentos. Morales hält sich in der Region auf und wird von seinen Anhängern bewacht, seit gegen ihn seitens der Justiz ermittelt wird. Der Schutz seines Wohnhauses wurde nach Informationen auf sozialen Netzwerken verschärft.

Am vergangenen Montag wurde Morales für flüchtig erklärt, nachdem er zum Prozessbeginn wegen des Vorwurfs des "schweren Menschenhandels" nicht erschienen war (amerika21 berichtete). Die Justiz wirft Morales die Beziehung mit einer Minderjährigen während seiner Präsidentschaft vor. Morales selbst bezeichnete sich als unschuldig und sieht sich als Opfer politischer Verfolgung.

Bolivien wird aktuell von Protesten und Straßenblockaden erschüttert, mit denen Gewerkschaften für Lohnerhöhungen protestieren und mittlerweile auch den Rücktritt von Präsident Paz fordern. Zentral am Protest beteiligt ist der Gewerkschaftsverband Central Obrera Boliviana (COB), der als historischer Verbündeter von Morales gilt.