Havanna. Mehrere befreundete Staaten senden Hilfslieferungen mit dringend benötigten Produkten wie Lebensmitteln und Medikamenten nach Kuba. Seit Beginn der totalen Ölblockade des US-Regimes gegen Kuba sind über 200 Tage vergangen. Bereits die seit 66 Jahren anhaltende Zerstörungspolitik der USA gegen Kuba hat immense Entwicklungsschäden verursacht. Aber die aktuelle Energieblockade ist die gezielte Unterbrechung der Brennstoffversorgung eines Landes, das für das Funktionieren all seiner Systeme darauf angewiesen ist: Krankenhäuser, Wasseraufbereitungsanlagen, Wasserpumpen, Kühlsysteme für Lebensmittel, Transportwesen, Schulen, private Haushalte.
Zusätzlich hat die US-Regierung fast wöchentlich weitere Sanktionen verhängt, z.B. gegen das staatliche Unternehmen Unión Cuba-Petróleo (Cupet), ein Herzstück des kubanischen Energiesystems. Die Bevölkerung leidet unter schweren Einschränkungen und Versorgungsengpässen, ihre Menschenrechte werden willentlich und öffentlich fundamental verletzt. Zermürbung und auch Verzweiflung sind allgegenwärtig, wie der Publizist Raúl Antonio Capote vor wenigen Tagen berichtet: "Mütter, die nicht kochen können, Patienten, die ihre Medikamente nicht kühlen können, ältere Menschen und Kinder, die die tropische Hitze ohne Belüftung ertragen müssen."
Diese Energieblockade ist eine Belagerung, die die Regierung und Bevölkerung zur Kapitulation zwingen soll, wie US-Präsident Trump und sein Außenminister Rubio immer wieder verkündet haben.
Doch in Kuba geht der Alltag trotz aller Entbehrungen und Schwierigkeiten weiter, sogar die Buchmesse hat ihre Rundreise durch mehrere Städte aufgenommen. Internationale Konferenzen und hochrangige Besuche finden statt. Und kubanische Experten haben neue eigene Ölquellen erschlossen, den rückläufigen Trend heimischer Rohölproduktion umgekehrt und inzwischen drei Raffinierien modernisiert, um höherwertige Ölprodukte herzustellen.
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Darüber hinaus wurden kurzfristig über 50 Photovoltaik-Solarparks mit einer Leistung von über 1.000 Megawatt errichtet, die während der sonnenreichsten Stunden 38 Prozent des Tagesbedarfs decken. Und schließlich hat Kuba 348 Megawatt thermischer Kraftwerkskapazität in stillgelegten Anlagen wieder in Betrieb genommen. All das ist aber noch weit entfernt vom Mindestbedarf. So würde Kuba monatlich acht Tankerlieferungen an Treibstoffen benötigen, hat aber seit Jahresbeginn lediglich eine einzige Tankerlieferung erhalten.
Capote stellt fest: "Die Welt weiß Bescheid, aber größtenteils unternimmt sie nichts. Fluggesellschaften haben ihre Flüge nach Havanna eingestellt; internationale Unternehmen ziehen ihre Investitionen ab; die Angst vor Sekundärsanktionen, der Strafe für den Handel mit Kuba, hat die internationale Gemeinschaft gelähmt." Zugleich sei die Solidarität der Völker sehr intensiv. Er weist auf umfangreiche Lieferungen vor allem aus China und Russland hin.
Aktuelle Meldungen unterstreichen dies. So schickte China eine dritte Reislieferung und erreichte damit insgesamt 60.000 Tonnen Reis. Darüber hinaus hat Peking erneut eine Spende von Photovoltaikanlagen zur Unterstützung ländlicher Haushalte und der Grundversorgung geliefert. Während im November 2025 bereits 5.000 Systeme mit einer Ausgangsleistung von jeweils zwei Kilowatt (kW) und vier Modulen à 630 Watt übergeben worden waren, sind die neuen Anlagen noch leistungsfähiger und haben eine doppelte Speicherkapazität.
Vor wenigen Tagen übergab außerdem eine Delegation der Russischen Bürgerkammer humanitäre Hilfsgüter in Kuba, um die Auswirkungen der Energiekrise auf der Insel abzumildern. So wurden Lebensmittel, Süßigkeiten, Taschenlampen, USB-Sticks und Erste-Hilfe-Sets übergeben. Ähnliche Lieferungen kommen auch von Solidaritätsgruppen und linken Parteien aus Deutschland und anderen westlichen Staaten. Und die Vereinten Nationen führen derzeit Gespräche mit mehreren Ländern, um Kuba aus humanitären Gründen mit Treibstoff zu versorgen. Bislang gab es "begrenzte Fortschritte", wie die UN erklärte.

