Großgrundbesitz in Venezuela wird weiter verstaatlicht

Caracas. Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat die staatliche Übernahme von Großgrundbesitz im Umfeld des Maracaibo-Sees im Bundesstaat Zulia angekündigt. Die Maßnahme sei eine direkte Konsequenz der Unwetterfolgen der vergangenen Wochen, bei denen die sozialen Folgen der ungleichen Landverteilung offensichtlich wurden, sagte der Staatschef nach Angaben nationaler Medien. Bei den starken Regenfällen waren vor allem ländliche Armensiedlungen betroffen.

Nach weiteren Angaben von Chávez, haben sich 16 von insgesamt 47 Großgrundbesitzern der Region zur Zusammenarbeit mit dem Staat bereit erklärt. In der Vergangenheit wurden die Landeigner bei ähnlichen Zwangsmaßnahmen stets entschädigt, wenn sie Besitzurkunden vorlegen konnten. Oft kam es aber zu Konflikten, weil sich die Bodenbesitzer weigerten, das Land abzugeben.

Die Verstaatlichung des Bodens im Bundesstaat Zulia wird nach Angaben der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina von 130 Mitarbeitern des Agrarministeriums beaufsichtigt. Die bislang landlosen Bauern sollten sich in Kooperativen zusammenschließen, um Landtitel zu erhalten, so Chávez. Ziel sei es weiterhin, die Ernährungssouveränität im Land zu verbessern und den Lebensstandard der Landbevölkerung anzuheben.

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