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Neue Kampagne zur Entkriminalisierung von Koka

La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales hat eine neue Kampagne zur Entkriminalisierung des Kokas angekündigt. In der kommenden Woche wird Außenminister David Choquehuanca laut Informationen der spanischen Nachrichtenagentur EFE nach Europa reisen, um für die Legalisierung der andinen Kulturpflanze zu werben. Er wird dabei in Spanien, Schweden, Großbritannien, Frankreich und Belgien Gespräche führen. Ziel der Regierung Morales ist es seit Amtsantritt, Koka von der 1961 verabschiedeten Liste der UN-Konvention gegen Drogen zu streichen. Das Kauen ist allerdings in den Ländern mit traditionellem Konsum, also Bolivien, Peru, und im Norden Argentinien legal. Auch dürfen Tee und andere Produkte hergestellt werden, die Ausfuhr ist aber aufgrund der UN-Konvention schwierig. Die Produktion des Kokains ist in Bolivien illegal und wird verfolgt, gleichwohl ist sie ein großes Geschäftsfeld.

Evo Morales hat vor seiner Karriere in der Politik selber Koka angebaut und ist bis heute Anführer der Kokabauern des subtropischen Chapare in der Provinz Cochabamba, der wichtigsten Anbauregion. In seiner jüngsten Pressekonferenz zur Initiative hat er erneut darauf hingewiesen, dass Koka Calcium, Eisen, Phosphor sowie die Vitamine A, B2 und E enthalte. Das Koka ist deswegen ein wichtiges Nahrungsergänzungsmittel in den Anden und wird traditionell gegen die Höhenkrankheit eingesetzt. Auch Bergleute unter Tage nutzen es, um das Hungergefühl zu unterdrücken. Zudem gilt das Kokablatt vielen Indigenen in den Anden als heilig.

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