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Venezuela scheidet formell aus Andengemeinschaft aus

Caracas. Nach einer Übergangszeit von fünf Jahren ist Venezuela am Donnerstag fristgemäß aus dem südamerikanischen Regionalbündnis der Andengemeinschaft (CAN) ausgeschieden. Die Regierung von Präsident Hugo Chávez hatte diese Entscheidung 2006 als Reaktion auf bilaterale Freihandelsabkommen der CAN-Mitgliedsstaaten Kolumbien und Peru mit den Vereinigten Staaten von Amerika getroffen. Die neoliberalen Abkommen mit den USA waren von Venezuela als Verstoß gegen die Politik der regionalen Integration angesehen worden.

Zugleich hatte Venezuela damals seinen Eintritt in das südamerikanische Handelsbündnis Mercorsur bekannt gegeben. Der Prozess konnte bislang jedoch nicht abgeschlossen werden, weil die konservative Parlamentsmehrheit in Paraguay den formellen Eintritt Venezuelas blockiert.

Parallel zum Austritt aus der CAN kündigten venezolanische Regierungsvertreter an, bilaterale Abkommen mit anderen südamerikanischen Staaten abzuschließen. Diese Vereinbarungen würden auf den solidarischen Prinzipien des anti-neoliberalen Bündnisses ALBA geschlossen, das Ende 2004 von Venezuela und Kuba ins Leben gerufen worden war.

Der CAN gehören Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Perú an. Mitglieder des Mercosur sind Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.

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