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US-Embargo gegen Venezuela sorgt für Proteste

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Minister Rafael Ramírez
Minister Rafael Ramírez

Wahington/Caracas. Ein unlängst verhängtes Embargo der US-Regierung gegen den staatlichen venezolanischen Erdölkonzern PdVSA sorgt für Proteste in der Region. Am Dienstag hatte Washington die Strafmaßnahmen gegen PdVSA bekannt gegeben, weil der Konzern mit Iran Geschäfte betreibt. Demnach kann das Erdölunternehmen keine Verträge mit der US-Regierung mehr abschließen noch kann es auf Finanzmittel aus den USA zugreifen, um Importe oder Exporte zu bezahlen.

Inzwischen erklärte die venezolanische Regierung, die aus den Sanktionen entstehenden Schäden zu überprüfen, um etwaige Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Reaktionen von staatlicher Seite in Venezuela waren begleitet von harscher Rhetorik. So wurden die Strafmaßnahmen als "feindlicher Akt“" bewertet. Nach Angaben des Energie- und Erdölministers Rafael Ramírez wird Caracas auch die Erdölexporte in die USA prüfen. Diese belaufen sich derzeit auf 1,2 Millionen Barrel täglich. Ähnliche Drohungen in der Vergangenheit waren jedoch ohne Folge geblieben.

Indes verurteilte das linksgerichtete Staatenbündnis ALBA die Sanktionen gegen PdVSA, in Caracas demonstrierten mehrere tausend Anhänger des Präsidenten.

Bereits im Jahr 2006 hatten die USA ein umfangreiches Rüstungsembargo gegen Venezuela verhängt und seither mehrfach verschärft. Diese Maßnahmen zwangen die Regierung von Präsident Hugo Chávez, die Armeebestände mit alternativem Material neu zu bestücken. Diese erzwungenen Rüstungskäufe waren seither in der internationalen Presse wiederholt negativ kommentiert worden.

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