Brasilien / Politik / Umwelt

Brasilien: Marina Silva tritt aus der grünen Partei aus

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Marina Silva in Berlin
Marina Silva erklärte ihren Austritt aus der Partido Verde (PV).

São Paulo. Die langjährige Senatorin und ehemalige Umweltministerin Brasiliens, Marina Silva, erklärte am vergangenen Donnerstag in São Paulo ihren Austritt aus der Grünen Partei (Partido Verde, PV). Damit hat sie den seit Wochen von der Öffentlichkeit erwarteten Schritt, mit der Partei zu brechen, deren Präsidentschaftskandidatin sie im vergangenen Jahr war, vollzogen. Silva war erst im Jahre 2008 aus der regierenden Arbeiterpartei (PT) aus Protest gegen die Umweltpolitik der Partei aus- und später in die Partido Verde eingetreten.

Laut übereinstimmenden Medienberichten der letzten Monate gab es Differenzen und politische Machtkämpfe um Vorsitz, Struktur, politische Ausrichtung und Arbeitsweisen innerhalb der Partei. Demnach habe sich unter anderem der seit zwölf Jahren die PV als Präsident führende José Luiz Penna geweigert, neue Modalitäten bei den Wahlen für die die Partei führenden Gremien zuzulassen. Zusammen mit Silva, die im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen, für Beobachter überraschend, knapp 20 Millionen Stimmen erhalten hatte, verließen mehrere Grünenpolitiker die Partei. Unter ihnen befindet sich auch ihr Vize-Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen, der Unternehmer Guilherme Leal. Der bekannte Grünenpolitiker aus Rio de Janeiro, Alfredo Sirkis, liess sich temporär von der Partei beurlauben, hingegen der seit Jahren als Marina Silvas rechte Hand geltende João Paulo Capobianco verliess die Partei. Einer der prominentesten Grünenpolitiker, Fernando Gabeira, unterstützte zwar verbal die Position Marina Silvas, erklärte aber selbst, der Partei vorerst nicht den Rücken zu kehren.

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