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31.07.2011 Kuba / Soziales / Wirtschaft

Kuba: Mehr Baumaterialien für die Bevölkerung

Bauwesen in Kuba: Künftig nicht nur staatlich

Bauwesen in Kuba: Künftig nicht nur staatlich

Quelle: Manu_H (http://www.flickr.com/photos/ensh/5978499946/)
Lizenz: cc-sa

Havanna. Die kubanische Regierung hat beschlossen, den freien Verkauf von Baumaterialien an die Bevölkerung zu ermöglichen. Wie die kubanische Presse berichtete, forderte die Vizeministerin für den Binnenhandel, Odalys Escandel, die Beseitigung von Defiziten im Handel mit Baustoffen. "Wir werden die Verteilung neu organisieren, damit der Bedarf der Bevölkerung möglichst gut gedeckt werden kann", so Escandal bei der Sitzung der Kommission für Industrie und Bauwesen im Rahmen der VII. Sitzungsperiode der Nationalversammlung (Parlament). Der freie Verkauf von Zement und Stahl bedeutet auch, dass die Bewohner selbst ihre Häuser bauen, reparieren und erhalten können.

In der Sitzung wurde auch auf die Klagen von Bürgern über zu hohe Preise berichtet. Um mehr Kubanerinnen und Kubanern den Zugang zu Baumaterialien zu ermöglichen, sind Kredite für den Kauf von Baumaterialien vorgesehen.

Eines der größten Probleme Kubas ist neben fehlendem Wohnraum der knappe Zugang zu Baumaterialien für den Erhalt und die Reparatur von Gebäuden. In der Fachkommission wurde nun berichtet, dass von dem geplanten Bau von 23.000 Wohnungen durch staatliche Unternehmen erst 8.800 fertig gestellt seien. Von geplanten 8.800 durch die Bewohner selbst errichteten Wohneinheiten seien erst 16 Prozent umgesetzt. Ursache des Planungsrückstandes ist häufig fehlendes Baumaterial. Die lokalen Institutionen wurden daher aufgefordert, die Produktion von Baumaterial zu fördern. Die dezentrale Versorgung mit Baustoffen erfordere geringere Transportkosten und sei deshalb preisgünstiger als zentral produzierte Materialien.

In der Vergangenheit gab es das knappe Baumaterial nur auf Zuteilung oder es war für Devisen zu kaufen. Der freie Verkauf von Baumaterialien in nationaler Währung soll die Baubranche nun stimulieren und so zu einer Entschärfung der Wohnungsknappheit beitragen.

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30.07.2011 Nachricht von Harald Neuber