Sexueller Missbrauch: Uruguay zieht MINUSTAH-Soldaten aus Haiti ab

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Uruguays Verteidigungsminister Eleuterio Fernández Huidobro
Uruguays Verteidigungsminister Eleuterio Fernández Huidobro

Montevideo/Port-au-Prince. Der Verteidigungsminister von Uruguay, Eleuterio Fernández Huidobro, hat in Folge eines Missbrauchsskandals in der UNO-Truppe MINUSTAH in Haiti mehrere Soldaten seines Landes abberufen und eine Untersuchung angekündigt. Fernández Huidobro reagierte damit auf die Veröffentlichung eines Handyvideos, auf dem zu sehen ist, wie uruguayische MINUSTAH-Soldaten einen Minderjährigen sexuell belästigen und misshandeln. Derzeit müssten sich die beschuldigten Soldaten für weitere Untersuchungen bereithalten, zitiert die uruguayische Tageszeitung La República nicht namentlich genannte Regierungsfunktionäre.

Schon Mitte August hatten haitianische Menschenrechtler Vergehen und sexuellen Missbrauch an Kindern durch uruguayische MINUSTAH-Soldaten in der südlichen Gemeinde Port Salut, gut 170 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, beklagt.

Seit Beginn der MINUSTAH-Mission sind in Haiti immer wieder schwere Vorwürfe gegen Verbände der UNO-Truppe erhoben worden. Zu Protesten mit mehreren Toten kam es, nachdem nachgewiesen wurde, dass die verheerende Cholera-Epidemie mit tausenden Toten von nepalesischen Blauhelmen eingeschleppt wurde.

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