Studierende brechen Gespräche ab

Santiago. Die chilenischen Studierenden haben am Donnerstag entschieden, ihre Protestaktionen für eine Reform des Bildungssystems fortzuführen. Damit ist der Dialog mit der rechtsgerichteten Regierung vorerst unterbrochen. Die Sprecherin des Studierendenverbandes, Camila Vallejo, erklärte, die Regierung Piñera habe bei ihrem Vorschlag für einen Runden Tisch wesentliche Forderungen der Protestierenden ignoriert. Weder die Vorschläge über Stipendien, noch die Forderung nach einem kostenlosen Studium oder Verbesserungen der Verwaltung seien aufgenommen worden. Daher beschlossen Studierendenversammlungen in mehreren Städten des Landes, den seit drei Monaten andauernden Streik an Schulen und Universitäten sowie die Protestmärsche wieder aufzunehmen.

Die Entscheidung zum Abbruch der Verhandlungen wird auch von der Berufsorganisation der Hochschullehrer unterstützt. Präsident Piñera warf den Studenten einen Mangel an gutem Willen vor. In der Hauptstadt Santiago kam es unmittelbar nach der Entscheidung am Donnerstag zu einer Demonstration, an der sich vor allem Schüler der Gymnasien beteiligten. Dabei wurden acht Schüler durch Polizisten verletzt. Auch in anderen Städten begannen am Donnerstag neue Proteste. Am kommenden Sonntag, dem 11. September, sind außerdem landesweit Demonstrationen zum Jahrestag des Pinochet-Putsches geplant, bei denen es traditionell zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei kommt.

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