Demonstrationszug in Santiago de Chile

Quelle: Claudio Pulgar

Die führenden Aktivisten Karol Cariola, Camila Vallejo und Jorge Murúa in Berlin

Quelle: Jan Kühn, amerika21.de
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Polizeigewalt bei Demonstrationen

Dossier

Protestbewegung in Chile

Proteste gegen Neoliberalismus und Ungleichheit im Land gehen ins zweite Jahr

Chile. 2011 kam es in Chile zu langanhaltenden Protesten von Studierenden, Gewerkschaften und Umweltaktivisten. Sie griffen den sozialen Unmut der Bevölkerung auf und erreichten dadurch, dass sich ihnen weitere Teile der Gesellschaft anschlossen. Die Proteste richteten sich vor allem gegen die anhaltenden Ungleichheiten im neoliberalen Wirtschaftssystem sowie in den privatisierten Bildungs- und Gesundheitssystemen.

Die Bewegung versteht sich als Teil eines internationalen Kontextes und  als eine Ausdrucksform der weltweiten Krise des Kapitalismus. Mit tiefgreifenden politischen Forderungen schaffte sie es einen kulturellen Wandel anzustoßen und den Zweifeln der chilenischen Gesellschaft eine Stimme zu geben. Dies wird von den Anführern als qualitativer Sprung angesehen, auch wenn bisher auf materieller Ebene keine großen Fortschritte erreicht werden konnten.

Von Seiten der regierungsnahen Medien, Politiker und Polizeikräfte kam es immer wieder zu massiven Provokationen und Gewaltmaßnahmen gegen die Protestierenden. Vor allem der rechtsgerichtete Präsident Sebastián Piñera versuchte die Bewegung kleinzureden und systematisch schlecht darzustellen. Die Polizei ließ er mit Tränengas, Wasserwerfern und Verhaftungen gegen die Demonstranten vorgehen. Allerdings traten gleich zwei Bildungsminister hintereinander aus Piñeras Kabinett zurück, da sie sich seinem Kurs nicht unterordnen wollten.

Die Hauptforderungen der Protestbewegung sind kostenlose, gute und gerechte Bildung für alle, bessere Arbeitsbedingungen vor allem für junge Leute und ein gerechteres Steuersystem, zur besseren Verteilung des Wohlstandes. Außerdem wenden sich die Protestierenden gegen die Ausbeutung von Naturressourcen und die Privatisierung des Gesundheitssystems. Sie fordern die Voranstellung kollektiven Wohlbefindens und gesellschaftlicher Entwicklung.

Nachdem führende Aktivisten der Protestbewegung zu Beginn des Jahres 2012 durch Europa reisten, um ihre Forderungen und Beweggründe vorzustellen, gehen die Proteste unvermindert weiter.

Studierende in Chile gehen trotz Gewalt wieder auf die Straße

Tote und Verletzte bei Protesten. Studierendenverband Confech fragt: "Wie viel wird heute in Repression investiert und wie viel in Bildung?"

Santiago de Chile. Bis zu 200.000 Personen haben am Donnerstagabend in Santiago de Chile gegen Polizeigewalt demonstriert und der Studierenden gedacht, die unlängst bei … weiter ›

Aufflammende Bildungsproteste in Chile

Seit 2011 sind in Chile immer wieder Schüler und Studenten auf die Straße gegangen, um für eine bessere Bildung sowie einen gleichberechtigten Zugang zum Bildungssystem zu demonstrieren, das seit der … weiter ›

Über Hunderttausend bei Bildungsstreik in Chile

Transparent bei Demonstration in Chile
Bürgermeister und Innenstaatssekretär beschuldigen Organisatoren der Anstiftung zur Gewalt. Protestverbot während der Woche gefordert

Santiago de Chile. Zum landesweiten Bildungsstreik in Chile am vergangenen Donnerstag gingen allein in Santiago mehr als 100.000 Schüler, Studierende und Unterstützer auf die Straße. … weiter ›

Aktivisten aus Chile: "Wollen das System verändern"

Interview mit den Studierendenaktivisten Camila Vallejo, Karol Cariola und Jorge Murúa in Berlin

Zu Beginn ihrer Deutschland-Tour hatte amerika21.de in Kooperation mit dem Video-Portal weltnetz.tv die Möglichkeit, die Studentenaktivisten Camila Vallejo, Karola Cariola und den Gewerkschafter … weiter ›

Chilenische Aktivisten beginnen Europa-Reise

Camila Vallejo, Karol Cariola und Jorge Murúa berichten in zahlreichen Städten über den politischen Aufbruch in Chile. Betonung der Diversität der Proteste

Berlin. Drei führende Aktivisten der andauernden Protestbewegung aus Chile starten am heutigen Freitag eine Rundreise durch Europa. Zum Auftakt äußerten sich Camila Vallejo, Karol … weiter ›

"Spannung zwischen Neoliberalismus und Demokratie"

Interview mit Camila Vallejo, Vize-Präsidentin des chilenischen Studierendenverbandes (Fech), aus der spanischen Tageszeitung El País

Die spanische Tageszeitung El País veröffentlichte am vergangenen Sonntag, dem 15. Januar 2012, das folgende Interview mit der Vize-Präsidentin des chilenischen Studierendenverbandes (Fech), Camila … weiter ›

Chile: Verhandlungen und weitere Bildungsproteste

Aufruf zum "Marsch der Huren"
Bürgermeister nennt besetzte Mädchenschule "Bordell". Schulverweise und Kündigungen wegen Protesten

Santiago de Chile. Im Zuge der landesweiten Bildungsproteste in Chile gibt es auf den verschiedenen staatlichen Ebenen unterschiedliche Entwicklungen. Während der neue … weiter ›

CIDH berät über Bildungsproteste in Chile

Chilenische Polizisten prügeln auf Protestierer ein
Bericht zu Repression bei Bildungsprotesten vor Menschenrechtskommission der OAS. Studierende entscheiden über UNO-Konsultation

Washington/Santiago de Chile. Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDH) in Washington D.C. beschäftigt sich mit der polizeilichen Repression während der … weiter ›

Widerstand gegen das Privatisierungsmodell

Camila Vallejo: "Wir verstehen den Kampf der Indignados, aber in Chile haben wir die Schwelle der Unzufriedenheit überschritten"

Unmittelbar vor dem Nationalen Aktionstagen der Studierenden in Chile, dem "Paro Nacional", besuchte eine Delegation des Studierendenverbandes Europa. Am 18. Oktober 2011 führte die BBC ein Interview … weiter ›

Andauernde Massenproteste in Chile für Bildung

Proteste in Santiago: Bildung ist keine Ware
Neuer Haushaltsentwurf sorgt für Empörung. Senatsbesetzung während der Haushaltsberatungen

Santiago de Chile. Am Dienstag und Mittwoch mobilisierte die Bildungsprotestbewegung in Chile erneut hunderttausende Menschen. Es gab heftige Auseinandersetzungen zwischen … weiter ›

Chile: Regierung verschärft Repression

Wasserwerfer gegen Demonstranten in Santiago de Chile
Wasserwerfer und Tränengas gegen hunderttausende Demonstranten. Gesetzesverschärfung gegen soziale Proteste. Studierende rufen zu Generalstreik auf

Santiago de Chile. Am Donnerstag wurde erneut eine Bildungsdemonstration mit über 200.000 Teilnehmern in Santiago de Chile mit Wasserwerfern und Tränengas kurz nach dem Auftakt … weiter ›

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