Boliviens Vizepräsident fordert Entschuldigung von Medien

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Álvaro García Linera
Álvaro García Linera und die kritisierte Ausgabe der Zeitung "Pagina Siete"

La Paz. Boliviens Vizepräsident Álvaro García Linera hat von bolivianischen Medien eine Entschuldigung für tendenziöse Fehlberichterstattung gefordert. Oppositionelle Zeitungen wie "Pagina Siete" hätten nach der gewaltsamen Polizeiaktion vom vergangenen Sonntag  in großen Buchstaben über den Tod eines Babys berichtet, dies aber kaum wahrnehmbar zurückgenommen. Andere lokale Medien berichteten von mehreren Toten, für die es keine Beweise gebe.

Bei der Aktion der Polizei war ein Protestmarsch von indigenen Gruppen aus dem TIPNIS-Nationalpark aufgelöst worden, der sich Mitte August im Departement Beni aus Protest gegen eine geplante Nationalstraße durch den Park gebildet hatte.

García Linera sprach von einem Medien-Komplott gegen die Regierung, während er gleichzeitig betonte, die gewaltsame Auflösung des Protestmarsches durch die Polizei sei unverzeihlich. Am gestrigen Freitag hob er aber auch hervor, dass eine vorhergehende Konsultation der Indigenen zum Straßenbauprojekt laut Verfassung nicht nötig gewesen war. Dies sei nur bei Rohstoff-Förderprojekten vorgeschrieben. Konsultationen seien nötig, aber die Regierung habe nicht gegen die Verfassung verstoßen.

Der Vizepräsident erklärte, dass die Regierung wisse, wer für die Anordnung des Einsatzes verantwortlich sei. Mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen werde dies aber derzeit nicht bekannt gegeben. Klar sei, dass die Regierung nicht verantwortlich ist. Die bolivianische Opposition kritisierte die Erklärungen von García Linera. Jaime Navarro, Führer der  "Nationalen Einheit" (Unidad Nacional), bezeichnete es als "kindliches Verhalten" zu sagen, man wisse wer es war und dies nicht öffentlich zu machen.

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