TIPNIS-Protestmarsch geht weiter

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Wieder auf der Straße: Indigene aus dem Tiefland
Wieder auf der Straße: Indigene aus dem Tiefland

La Paz. Indigene Gruppen haben ihre Demonstration gegen das Straßenbauprojekt durch den bolivianischen TIPNIS-Nationalpark wieder aufgenommen. Eine Woche nach der gewaltsamen Auflösung durch die Polizei haben sich wieder hunderte Aktivisten zusammengefunden, um zum Regierungssitz La Paz zu ziehen. Am Sonntag befanden sie sich nach Angaben der Korrespondentin des lateinamerikanischen Fernsehsenders Telesur ungefähr 200 Kilometer vor La Paz. Die Stadt wollen sie Mitte Oktober erreichen.

Der Protestmarsch hatte sich Mitte August im Departement Beni gebildet. Am vergangenen Wochenende drohte sich die Konfrontation zwischen Gegnern und Befürwortern des Straßenbauprojektes zuzuspitzen und die Polizei entschied, beide Demonstrationen zu beenden. Bei der Aktion am 25. September wurden dutzende Menschen durch Schlagstöcke und Tränengas verletzt. Nun wird unter anderem gegen den zurückgetretenen Innenminister ermittelt.

Den Bau der 300 Kilometer langen Fernstraße hatte Boliviens Präsident Evo Morales kurz nach der Eskalation ausgesetzt und sich für die Gewalt entschuldigt. Er kündigte Referenden darüber in den betroffenen Gebieten an. Am Sonntag zeigte er sich erneut verhandlungsbereit und rief zu Gesprächen auf.

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