Koka-Bauern in Bolivien protestieren gegen TIPNIS-Gesetz

Cochabamba. Die sechs Föderationen der Kokabauern des bolivianischen Departements Cochabamba haben den Ausnahmezustand erklärt. Die Organisationen reagieren damit auf das in Gesetz, nach dem das "Indigene Territorium Nationalpark Isiboro Sécure" (TIPNIS) fortan nicht angetastet werden darf. Die Cocaleros stellen sich damit gegen die Entscheidung von Präsident Evo Morales in dieser Woche, der gleichzeitig immer noch Vorsitzender des Dachverbands der Kokabauern ist.

Der Vizepräsident der Organisation, Gualberto Bustamente, sagte allerdings, dass sich der Protest nicht gegen Morales richte sondern gegen diejenigen, die das Gesetz zustande gebracht hätten. Konkret nannte er die Anführer des indigenen Marsches gegen den geplanten Bau der Nationalstraße von Cochabamba nach Beni, die mit ihrem Protest Erfolg hatten. "Wir richten uns nicht gegen unseren Bruder, den Präsidenten, der die Situation beruhigt hat und den Dialog in Demut aufgenommen hat", wird Bustamente von der Interseite des Radios Erbol zitiert. Evo Morales nahm mit Hinweis auf internationale Termine nicht an der Sitzung seiner Organisation teil.

Wie die Kokabauern haben sich auch andere regionale Organisationen von Cochabamba für den Bau der Straße durch TIPNIS ausgesprochen. Der Sekretär der Organisation der Campesinos aus den 16 Provinzen von Cochabamba, Manuel Mamani, sagte, die Straße müsse durch den Park gebaut werden, damit sich die Region weiter entwickeln könne.

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