Alternative Nobelpreisträger gegen deutsche Atombürgschaft für Brasilien

Berlin. Preisträger und Mitglieder des Weltzukunftsrats (World Future Council) haben sich mit einem offenen Brief an die deutsche Bundesregierung gewandt. Darin sprechen sich die international renommierten Unterzeichner gegen eine Hermes-Bürgschaft aus Deutschland für den Bau des brasilianischen Atomkraftwerks Angra 3 aus. Das Jury-Mitglied des so genannten Alternativen Nobelpreises, Monika Griefahn, übergab das Dokument am Donnerstag in Berlin an den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto.

In dem Brief loben die Unterzeichner die deutschen Pläne für einen Atomausstieg in den nächsten zehn Jahren und den "beispielhaften Ausbau" Erneuerbarer Energien. Umso größer ist ihr Unverständnis, dass die Bundesregierung im Ausland wie in Brasilien weiter den Bau von Atomkraftwerken unterstützt. Konsequenterweise müssten die Kriterien für Exportkreditgarantieren des Bundes, den so genannten Hermes-Bürgschaften, auf den Prüfstand.

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Die Autoren stellen die Frage: "Wenn die Atomrisiken inakzeptabel für Deutsche sind, wie kann es dann für Deutschland akzeptabel sein, diese Gefahren in andere Länder und zu deren Bürgern zu exportieren?". Sollte Deutschland nicht einlenken, entstehe der Eindruck, das Leben eines Brasilianers sei weniger wert als das eines Deutschen, so Mitinitiator Chico Whitaker Ferreira, Preisträger 2006 und Mitbegründer des Weltsozialforums, laut einem Bericht der Online-Zeitung Oekonews.

Die frühere niedersächsische Umweltministerin Griefahn erklärte, es sei fatal für Deutschland und sein internationales Ansehen, bei Bürgschaften für Atomprojekte "wirtschaftliche Interessen über das Risiko der Atomkraftnutzung" zu stellen. Mit der Bürgschaft für das brasilianische Angra 3 führe die Bundesregierung "ihre eigenen Atomstandards ad absurdum", so die stellvertretende Vorsitzende der Right Livelihood Award Stiftung, die jährlich den Alternativen Nobelpreis vergibt.

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