Zuspitzung des Protests in Aysén und erste Gespräche

Santiago de Chile. Die Proteste in der südchilenischen Region Aysén haben sich in den letzten Tagen weiter zugespitzt. Bei Demonstrationen, Blockaden und Besetzungen kam zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei und  etlichen zum Teil schwer verletzten Protestierenden. Die Polizei setzte massiv und willkürlich Tränengas und Gewalt ein. Zeugen berichten von Polizisten die nachts in ihren Autos verschanzt aus dem Fenster schießen. Demonstranten aus den Reihen der Angestellten des öffentlichen Dienstes, die in der Vereinigung ANEF organisiert sind, besetzten deshalb aus Protest am Donnerstag das Komissariat in Coyhaique für einige Stunden. Nach einem Treffen einiger Regierungsminister zur Beratung eines Aktionsplans zur Lösung des Konflikts, gaben diese am Donnerstag bekannt, die konkreten Verhandlungen der Regionalintendantin Pilar Cuevas zu überlassen und nicht mehr vor Ort zu verhandeln.

Bei einem Treffen von Gesundheitsminister Jaime Mañalich mit Vertretern der Bewegung, waren konkrete Schritte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der Region verabredet. Der Minister äußerte sich zudem verständnisvoll gegenüber der Forderung nach Senkung der Benzin-, Gas- und Energiepreisen. Kurze Zeit später denunzierte er allerdings den Protest als von der Organisation "Patagonia ohne Staudämme" gesteuert.

Trotz der Verhandlungen mit Regierungsvertretern sieht die Bewegung die meisten ihrer Forderungen weiter unbeantwortet und will die Proteste fortführen. Angekündigt sind auch unbefristete Streiks im öffentlichen Dienst.

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