Ecuador will Schadensersatz von Chevron im Ausland einfordern

Quito. Ecuador will im Streit um den Schadensersatz des Erdölkonzerns Chevron auf dessen Vermögen in anderen Staaten zugreifen. Dies erklärten die Ankläger in dem Zivilrechtsverfahren gegen den Konzern. Allerdings müssten diese Staaten jedoch erst einmal die Gültigkeit des Urteils anerkennen, das im Februar 2011 gesprochen und Anfang dieses Jahres bestätigt wurde. Der US-Ölkonzern wurde dabei zu einer Zahlung von 18 Milliarden US-Dollar verurteilt. Die Summe stellt eine Entschädigung für die massive Zerstörung der Umwelt im ecuadorianischen Amazonas-Regenwald zwischen 1972 und 1990 dar.

Der Sprecher der Klägeranwälte, Pablo Fajardo, will sich bei den Schadenersatzansprüchen auf lateinamerikanische Länder konzentrieren: "Chevron ist in mehr als 50 Staaten vertreten, aber zwei haben wir ins Auge gefasst. Panama, da Öltanker den Kanal passieren und Venezuela, da dort bedeutende Anlagen vorhanden sind." Allerdings habe man sich noch auf keine konkrete Strategie geeinigt, wie man an das Vermögen des Konzerns gelangen will.

Währenddessen bezeichnet der Ölkonzern den Prozess und Urteilsspruch weiterhin als Betrug und streitet die Anschuldigungen ab. Chevron Sprecher James Craig sagte: "Ich kann versichern, dass Chevron vor jeden Gerichtshof, in jedem Land dieser Welt ziehen wird, um gegen diesen Betrug zu kämpfen. Wir werden überall die überwältigenden Beweise dafür vorlegen, dass die Klage illegitim und unethisch ist."

Ecuador muss sich, um die Forderungen geltend zu machen, an ausländische Staaten halten, da Chevron kaum noch Sachwerte im Land selbst besitzt und offensichtlich nicht zahlen will. Trotz massiver Beweislage, kann das Unternehmen so bisher nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

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